Das Gelände um das Stadionbad und die Fuchshofstraße soll völlig umstrukturiert werden. Die alten Gewächshäuser sollen Wohnhäusern weichen. Foto: factum/Archiv

Entlang der Ludwigsburger Fuchshofstraße sollen Wohnhäuser, eine Grundschule sowie ein Sport- und Naherholungsgebiet gebaut werden. Aber der Gemeinderat weiß nicht, wie er die unterschiedlichen Nutzungen unter einen Hut bringen kann.

Ludwigsburg - Zwar hat der Ludwigsburger Gemeinderat mit seinem Ja zu einer Umgestaltung der Stadtmitte kurz vor Weihnachten noch eine wichtige Grundsatzentscheidung getroffen, für eine Weichenstellung in Sachen Entwicklungsgebiet Oststadt aber hat es nicht mehr gereicht. Entlang der Fuchshofstraße sollen Wohnhäuser, eine Grundschule sowie ein Sport- und Naherholungsgebiet gebaut werden. Die Planungen sind wiederholt ins Stocken geraten, weil sich das Gremium schwer damit tut, die unterschiedlichen Nutzungen unter einen Hut zu bringen.

Auch dass die Stadträte deshalb kurz vor den Feiertagen noch einmal in Klausur gegangen sind, hat sie einer Entscheidung offenbar nicht näher gebracht. Offen sind nach wir vor die Fragen nach den exakten Standorten für die geplante Grundschule und eine Sporthalle als auch die nach Anzahl und Dichte der Wohnbebauung. In Abhängigkeit davon müssen die Belange des Lärmschutzes als auch der Verkehrsführung diskutiert werden. Zwar sah der Plan der Verwaltung vor, dass man sich noch im Herbst 2016 auf den Umbau der Waiblinger Straße einigt, doch ein Großteil im Rat wehrt sich weiterhin gegen den Ausbau des Feldwegs zu einer echten Verkehrsachse.

Feilschen um Siedlungsdichte

Elfriede Steinwand, die Vorsitzende der Grünen-Fraktion, machte zuletzt noch einmal klar, dass man sich nicht in Zugzwang bringen lassen möchte, nur weil an einer Ecke schon mal Fakten geschaffen würden. Sie steht damit nicht allein. Die meisten Stadträte wünschen sich mehr Bedenkzeit, und sie möchten, dass alle anstehenden Einzelentscheidungen in einem Komplettpaket verabschiedet werden.

Den Dezernenten im Rathaus kann das nicht gefallen. Sie drücken vor allem aus zwei Gründen aufs Tempo: wegen der Wohnungsnot und der Geburtenrate. Ludwigsburg sei sehr attraktiv für Neubürger, was fehle, sei jedoch ausreichend Wohnraum. Um das zu ändern, hatte das Stadtplanungsamt schon vor drei Jahren das Gebiet an der Fuchshofstraße zum Baugebiet erkoren. Kurze Zeit sah es so aus, als könne man sich im Grundsatz auf einen Siedlungsbau dort einigen – doch dann traten die Fraktionen auf die Bremse. Bauen ja, aber nicht zu dicht, hieß nun die Losung.

Die Pläne der Verwaltung sehen vor, dort bis zu 500 Wohneinheiten in bis zu viergeschossigen Gebäuden zu bauen. Die CDU sagt: 300 Wohnungen und nicht mehr! Die Freien Wähler: 350 bis höchstens 400 Wohneinheiten! Auch die Sozialdemokraten bezweifeln, dass das Areal in der Oststadt die Ansiedlung von bis zu 2000 Menschen verkraftet.

Mehr Kinder, mehr Klassenzimmer

Überraschend hatte der Sozialbürgermeister Konrad Seigfried im September dringenden Bedarf für eine weitere Grundschule angemeldet. Neueste Hochrechnungen hätten ergeben, dass in den nächsten Jahren in Ludwigsburg bis zu 900 Kleinkinder mehr als bisher angenommen eingeschult würden. Als idealen Standort dafür präsentierte er einen wenig genutzten Fußballplatz des Vereins 07.

Seither bezweifeln die Parteien zwar nicht die Notwendigkeit einer neuen Grundschule, wohl aber, ob der Standort der richtige ist. Mittlerweile werden mindestens drei mögliche Standorte mit ebenso vielen Varianten diskutiert. Mal befindet sich die neue Grundschule Ost in nächster Nähe zur ebenfalls geplanten neuen Sporthalle Ost, mal werden beide Gebäude weit von einander entfernt verortet. Gemeinsam ist den verschiedenen Vorschlägen nur eines: sie befinden sich alle im Bereich des Entwicklungsgebiets Oststadt.

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