„Mal so stehen lassen“: SPD-Landeschef Nils Schmid will im Oktober nicht mehr kandidieren. Foto: dpa

Nach Nils Schmids Rückzug bleiben mögliche Nachfolger für den SPD-Landesvorsitz noch in Deckung – Die besten Chancen hat wohl die Parteivize und Verdi-Landesleiterin Leni Breymaier. Fraktionschef Andreas Stoch hat bereits abgewunken.

Stuttgart - Nach der Ankündigung von Nils Schmid, sich wegen der dramatischen Wahlniederlage von der SPD-Parteispitze im Land zurückzuziehen, ist die Diskussion um die Nachfolge entbrannt. Zwar halten sich Anwärter allesamt bedeckt, doch kristallisieren sich bereits Chancen und Absagen heraus.

Die besten Aussichten auf die Nachfolge Schmids werden der stellvertretenden Parteichefin Leni Breymaier eingeräumt. Die 56-jährige Verdi-Landesleiterin gilt mit ihrer zupackenden Art und unverstellten Sprache bei vielen Genossen als Idealbesetzung für das Amt. Für den Fall ihrer Wahl müsse sie freilich ihren Gewerkschaftsposten aufgeben, heißt es in Parteikreisen. „Wenn sie will, würde es schwer, gegen sie zu kandidieren“, sagte ein führender Genosse.

Leni Breymaier zögert noch

Breymaier zögert noch bei der Frage, ob sie ihren Hut in den Ring werfe: „Es ehrt mich, dass ich gehandelt werde, aber die Zukunft der Partei kann nicht an einzelnen Personen hängen“, sagte sie ausweichend dieser Zeitung. Man habe nun eine Woche bis zur nächsten Landesvorstandssitzung am Samstag, um über die Situation nachzudenken. Sie wünsche sich die SPD als „klare linke Volkspartei“ und unterstütze „jede Persönlichkeit, die bereit ist, das so zu leben“. Breymaiers Wechsel nach neun Jahren wäre für Verdi schwer zu verkraften, da die dreiköpfige Landesleitung ohnehin gerade eine Stellvertreterin verliert: Dagmar Schorsch-Brandt hat sich in den Ruhestand verabschiedet.

Ambitionen auf die Schmid-Nachfolge hat auch der frühere Europa- und Bundesratsminister Peter Friedrich, der sagt, er wolle „Verantwortung in der Partei“ übernehmen. Auch der Tübinger Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann, wie Friedrich ein „Netzwerker“, schließt eine Kandidatur nicht aus. Das gilt auch für den Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis Rhein-Neckar, Parteivize Lars Castellucci.

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