Torhüter Raphael Schäfer begann und beendete seine Zeit als Fußballprofi beim 1. FC Nürnberg. Foto: dpa/Andreas Gebert

Ein Jahr lang spielte er beim VfB Stuttgart, ansonsten stand Raphael Schäfer beim 1. FC Nürnberg im Tor. Mit dem kommenden Gegner des VfB spart er nicht mit Kritik an seinem Ex-Club.

Nürnberg/Stuttgart - Sein Gastspiel beim VfB Stuttgart war nicht zwingend von Erfolg gekrönt. 2007 kam Raphael Schäfer als Nachfolger von Timo Hildebrand zum VfB Stuttgart, schon ein Jahr später wurde die Liaison als Missverständnis eingestuft und wieder aufgelöst. Der Torhüter ging zurück zum 1. FC Nürnberg, wo er schon seit 2001 gespielt hatte – und wo er 2017 seine Karriere beendete. An Montag treffen Schäfers Ex-Clubs in der zweiten Liga aufeinander, für beide Teams steht viel auf dem Spiel – und der ehemalige Keeper sagt: „Der 1. FC Nürnberg hatte immer wieder die Fähigkeit aufzustehen – das hoffe ich auch dieses Mal.“

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Der Club ist nach dem Abstieg aus der Bundesliga tatsächlich mehr als bescheiden in die neue Saison gestartet – und kämpft nun darum, nicht auch noch in die Abstiegszone der zweiten Liga zu rutschen. „Der FCN befindet sich in einer jahrelangen Abwärtsspirale“, analysiert Schäfer und erinnert sich an die Zeit vor sechs Jahren. „Es gibt Parallelen zur Zeit nach der Abstiegssaison 2013/14. Auch damals hat man wie jetzt fast die ganze Mannschaft ausgetauscht.“ Dass dies erneut so geschehen ist, kann der heute 40-Jährige nicht so ganz nachvollziehen.

Viele Personalwechsel verwundern den Ex-Keeper

„Man hat in der vergangenen Abstiegssaison betont, dass die junge Mannschaft wenig dafür könne und wie toll der Charakter in der Truppe sei“, erinnert sich Schäfer und ergänzt: „Dann muss ich mit dieser Mannschaft auch durch die zweite Liga gehen – und kann mich wie jetzt im Sommer nicht hinstellen und sagen, ich werfe der Mannschaft nichts vor und tausche sie dann aus.“

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Schäfer spart nicht mit Kritik und meint: „Der Verein wird von Leuten geführt, die nicht aus dem Profifußball kommen, es fehlt an vielen Stellen die Fachkenntnis.“ Zudem sei Robert Palikuca neu in der Rolle des Sportvorstands, „eigentlich muss man ihm sportliche Kompetenz zur Seite stellen, aber die gibt es nicht“, meint der frühere Kult-Keeper der Nürnberger.

Bei aller Tradition, die den 1. FC Nürnberg auch mit dem VfB Stuttgart verbindet, brauche es „Realismus“, fordert Raphael Schäfer und legt nach: „Dass beim Club immer wieder entscheidende falsche Entscheidungen getroffen wurden, zieht sich leider wie ein roter Faden durch die Geschichte.“

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