Borna Sosa bereitet sich mit dem VfB Stuttgart auf die Rückrunde vor. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Im Gespräch mit unserer Redaktion nimmt Borna Sosa vom VfB Stuttgart Stellung zu den Gerüchten um ein Interesse der AS Rom – und verrät, wie er dem Handball-Duell Deutschland gegen Kroatien entgegenfiebert.

Marbella - Der VfB Stuttgart absolviert dieser Tage sein Trainingslager im andalusischen Marbella (verfolgen Sie hier alle aktuellen Entwicklungen in unserem Liveblog). Borna Sosa zeigt sich mit der Arbeit unter dem neuen VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo zufrieden – und gibt im Interview mit unserer Redaktion Einblicke in die kroatische Handball-Fan-Seele.

Borna Sosa, wie geht es Ihnen hier in Spanien?

Sehr gut. Natürlich spielen das gute Wetter und der bestens präparierte Trainingsplatz eine große Rolle. Für die Rückrundenvorbereitung sind die Bedingungen ideal.

Wie haben Sie den Trainerwechsel kurz vor Weihnachten wahrgenommen? Hat dieser Auswirkungen auf Ihre Arbeit auf dem Spielfeld?

Seit ich hier bin, gab es schon mehrere Trainerwechsel. Das ist nicht immer leicht, weil jeder Trainer andere Erwartungen und Vorstellungen hat. Mit dem neuen Trainer klappt die Zusammenarbeit aber schon jetzt sehr gut, das scheint zu passen.

Pellegrino Matarazzo ruft während der Einheiten in Marbella häufig Ihren Namen. Ihre Position auf dem Spielfeld scheint taktisch auch eine andere zu sein?

Das stimmt. Früher haben wir meist im 4-4-2 oder 4-3-3 agiert. Der neue Trainer übt mit uns derzeit die Dreierkette ein, so dass die Außenverteidiger in der Vorwärtsbewegung eine offensivere Rolle auf dem Flügel einnehmen. Aber er ruft nicht nur meinen Namen häufig, sondern auch die der anderen, weil er uns genau erklärt, wer wo zu stehen und welche Aufgaben zu erfüllen hat.

Bei den Trainingseinheiten herrscht eine lockere, aber auch konzentrierte Stimmung. Wie nehmen Sie die Atmosphäre wahr?

Es ist genau diese Mischung aus Lockerheit, Teambuilding – aber auch dem vollen Fokus während des Trainings. Wenn man so will, typisch deutsch (lacht). Aber mir gefällt das: Wenn gearbeitet wird, dann bitte zu 100 Prozent.

 Jüngst wurden Gerüchte über ein mögliches Interesse der AS Rom an ihren Diensten laut. Zieht es Sie womöglich bald in die Ewige Stadt?

Ich habe von diesen Gerüchten auch nur über die Medien erfahren. Der Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, das wissen wir alle. Aber ich fühle mich in Stuttgart wirklich wohl, das Team ist intakt und ich liebe die Stadt. Da passt gerade vieles zusammen.

Lassen Sie uns über etwas völlig anderes sprechen. Verfolgen Sie den Handballsport?

Oh ja, natürlich. In Kroatien ist das ja quasi der zweite Nationalsport (lacht).

Regelmäßig im Januar fiebert das Land bei EM oder WM mit – so auch in diesem Jahr. Woher rührt die große Liebe der Kroaten zu diesem Sport?

Da kann ich nur von mir persönlich sprechen. Ich bin groß geworden mit den Besten: Ivano Balic, Blazenko Lackovic und wie sie alle heißen. Damals wurde Kroatien Weltmeister und Olympiasieger. Die Spieler waren nicht nur bei uns berühmt, sondern auf der ganzen Welt. An dieser Leidenschaft hat sich bis heute nichts geändert. Man muss aber dazu sagen, dass wir Kroaten generell eine sportverrückte Nation sind. Wir haben so viele Spitzensportler - auch in der Leichtathletik, im Tennis und so weiter – dabei haben wir nur vier Millionen Einwohner.

Wie sehen Sie die Chancen der Kroaten bei dieser Europameisterschaft?

Auch wenn sie in der anderen Zwischenrundengruppe gespielt hätten, ist es natürlich schon einmal gut, dass so große Teams wie Dänemark und Frankreich bereits ausgeschieden sind. Das erhöht unsere Medaillenchancen in einer möglichen Finalrunde. Doch so weit muss man erst kommen. Aus diesem Grund ist das Spiel gegen Deutschland so bedeutend.

Und womöglich auch deswegen, weil die Kroaten auf Revanche aus sind nach der knappen Niederlage im Vorjahr bei der WM in Köln?

Exakt. Wenn es etwas gibt, das uns Kroaten auszeichnet, dann das Feuer und der unbedingte Wille, vergangene Niederlagen wiedergutzumachen. Ich könnte mir vorstellen, dass die kroatischen Handballer nach der Vorgeschichte im letzten Jahr auf dieses Duell so heiß sind wie auf kein anderes.

Werden Sie das Spiel am Samstagabend verfolgen?

Na klar. Wir bestreiten ja von 14.30 Uhr an unser Testspiel gegen den FC Fehervar. Danach steht Regeneration auf dem Programm. Und um 20.30 Uhr werde ich vor dem Fernseher sitzen und mitfiebern. Ich hoffe auf ein tolles Spiel – und einen Erfolg der Kroaten.

In unserer Bildergalerie sehen Sie die schönsten Impressionen vom Winter-Trainingslager des VfB Stuttgart in Marbella.

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