Winde fachen die Flammen in den kalifornischen Wäldern zusätzlich an. (Archivbild) Foto: dpa/Eric Paul Zamora

Starke Winde, Trockenheit und Hitze verschärfen die Lage in den kalifornischen Waldbrandgebieten. Noch Schlimmeres soll verhindert werden: Tausenden Haushalten wurde der Strom abgeschaltet, Nationalforste sind für Besucher gesperrt.

San Francisco/Berlin - Im Kampf gegen die verheerenden Wald- und Buschbrände in Kalifornien ist in Teilen des US-Bundesstaates der Strom abgestellt worden. Kaliforniens größter Energieversorger PG&E startete am Montagabend (Ortszeit) mit einer vorsorglichen Abschaltung von Stromleitungen in besonders gefährdeten Gebieten, etwa im nördlichen Sacramento Valley. Rund 172 000 Haushalte, die PG&E mit Strom versorgt, seien betroffen, teilte das Unternehmen mit.

Mit der Stromabschaltung solle das Risiko von Flächenbränden durch die unter Spannung stehenden Stromleitungen verringert werden. Bis zum Mittwoch werden in der Region starke Winde erwartet, die bei den aktuell sehr trockenen Bedingungen die Brandgefahr weiter erhöhen. Strommasten könnten umstürzen, Äste könnten Leitungen abreißen und Funken auslösen. Beschädigte Stromleitungen hatten in der Vergangenheit wiederholt Brände verursacht.

Viele Wälder sind für Besucher gesperrt

Außerdem rief PG&E die Menschen dazu auf, möglichst wenig Strom zu verbrauchen. Das extreme Wetter erhöhe grundsätzlich die Nachfrage im landesweiten Stromnetz. Bei großer Hitze laufen die Klimaanlagen in Kalifornien auf Hochtouren, was zu Strom-Engpässen führen kann.

Wegen der akuten Waldbrandgefahr sind auch zahlreiche Nationalforste für Besucher gesperrt. Betroffen sind beliebte Touristenziele wie der für seine Mammutbäume bekannte Sequoia National Forest und der Raum um Mount Whitney (4421 Meter), der höchste Berg in den USA außerhalb Alaskas.

Hubschrauber brachten Camper in Sicherheit

Am Wochenende waren mehr als 200 Urlauber mit Hubschraubern von einem Campingplatz im brennenden Sierra National Forest in Sicherheit gebracht worden, weil die Zufahrtstraße nicht mehr befahrbar war. Die Flammen des sogenannten Creek Fire im Bezirk Fresno hatten sich bis Montag auf über 318 Quadratkilometer ausgebreitet, wie die Brandschutzbehörde CAL Fire mitteilte.

In den vergangenen Wochen hatten Blitze Hunderte Brände in dem Westküstenstaat ausgelöst. Bei starker Hitze loderten am Wochenende auch in Südkalifornien neue Feuer auf. In diesem Jahr seien in Kalifornien schon mehr als 8000 Quadratkilometer Land abgebrannt, teilte die Brandschutzbehörde am Montag mit. Dies entspricht etwa der halben Fläche Schleswig-Holsteins. Die Zerstörung übersteigt jetzt schon die gesamte Brandfläche des Jahres 2018, als in Kalifornien ebenfalls viele Waldbrände wüteten.

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