Simon Terodde und der VfB Stuttgart wollen in die 1. Bundesliga aufsteigen. Foto: Baumann

Dass der VfB Stuttgart die Tabelle der zweiten Liga anführt, ist nicht zuletzt das Verdienst von Simon Terodde, der auch seine Vorgänger im Stuttgarter Trikot beeindruckt.

Stuttgart - – Mit zwei Toren hat Simon Terodde auch die Partie am Montagabend bei Arminia Bielefeld für den VfB Stuttgart entschieden. Endtstand: 3:2. Der Stürmer ist in aller Munde – auch bei seinen Vorgängern in Stuttgart wie Dieter Hoeneß, Fritz Walter oder Kevin Kuranyi, die von der Entwicklung Teroddes sehr angetan sind.

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b>Die Ansicht von Dieter Hoeneß

Dieter Hoeneß: „Obwohl der VfB ein paar schnelle und technisch beschlagene Stürmer hat, ist Simon in der Offensive mit Abstand der wichtigste Mann, eine Art Lebensversicherung für die Mannschaft. Er verkörpert den klassischen Mittelstürmer. So kann er die Bälle, mit dem Rücken zum Tor stehend, gut verteidigen, er beteiligt sich am Kombinationsspiel, er arbeitet auch nach hinten mit, und er hat dazu ein feines Gespür für die jeweilige Situation. Von der Spielweise her würde ich ihn mit dem Hoffenheimer Sandro Wagner oder mit Anthony Modeste aus Köln vergleichen. Fußballerisch ist er ganz weit vorne. Ob sein Wort in der Mannschaft auch großes Gewicht hat, kann ich von außen zwar schwer beurteilen, aber wer Leistung bringt, ist in der Hierarchie normalerweise auch weit oben angesiedelt. Bisher haftet ihm ja der Makel an, dass er ein typischer Zweitligaspieler ist. In der Bundesliga hat er seine Klasse noch nicht gezeigt, aber ich traue ihm zu, dass er sich auch da durchsetzen kann. Denn er hat sich enorm weiterentwickelt und bringt alle Voraussetzungen dafür mit. Ich denke auch, dass ein Zusammenspiel mit Daniel Ginczek funktioniert. Ginczek ist ein schneller Spieler und kann auch auf die Flügel ausweichen. Also das würde dann schon passen.“

Die Ansicht von Kevin Kuranyi

Kevin Kuranyi: „Ich mag Simon als Fußballer und als Mensch. Er ist ein klassischer Mittelstürmer und hat das Wichtigste, was man da braucht: den Torriecher. Dazu weist er eine super Quote auf. Mittlerweile ist er auch in einem Alter, in dem er sich nicht mehr aus der Ruhe bringen lässt. Das hat er erst am Montag in Bielefeld wieder bewiesen. Da vergibt er zwei gute Chancen – und besitzt dennoch die Abgeklärtheit und das Selbstvertrauen, um kurz vor Schluss den Siegtreffer zu erzielen. Erfahrung ist wichtig – für einen Stürmer und für den VfB. Mich freut es ja besonders, wenn solche Spielertypen wie Simon erfolgreich sind. Denn ich betone ja seit Jahren, dass der klassische Mittelstürmer nicht ausstirbt. Ich freue mich, dass solche Leute wieder mehr und mehr gefragt sind – und Simon trägt dazu bei. Eine Garantie, ob er die erste Liga packt, gibt es nicht – aber ich bin da sehr zuversichtlich und traue es ihm auf jeden Fall zu, auch wenn er dort noch nie gespielt hat. Aber es gibt Spieler, die wachsen mit der Aufgabe. Auch die Konstellation mit Daniel Ginczek passt. Ich glaube, dass ihn der Konkurrenzkampf sogar noch stärker macht, aber die beiden können natürlich auch zusammenspielen – je nach Taktik und Gegner.

Die Ansicht von Fritz Walter

Fritz Walter: „Simon hat eine unglaubliche Ausstrahlung und ist einer, der die Mannschaft mitziehen und mitreißen kann. Er steht sehr robust vorne drin, wo er in der Lage ist, den Ball auch unter Druck zu behaupten und weiterzuleiten. Beeindruckend ist weiter seine Kopfballstärke. Seine Chancen nutzt er eiskalt – ein typischer Torjäger eben. Vielleicht fehlt ihm in seinen Aktionen etwas das Tempo, aber für die zweite Liga ist er auf jeden Fall ein überragender Spieler. Was seinen Wert für das Team betrifft, muss man gar nicht viel sagen. Es reicht, wenn man seine Körpersprache sieht. Er ist immer präsent auf dem Platz und erzielt ja auch nicht die Tore zum 4:0 oder 5:0, sondern die entscheidenden Treffer. In der ersten Liga ist es jedoch schon ein anderes Spiel. Alles muss noch schneller gehen, aber auf der anderen Seite sind die Tore da genauso groß wie in der zweiten oder in der dritten Liga. Außerdem glaube ich, dass sich der VfB insgesamt in der ersten Liga leichter tun würde – und das käme dann wiederum auch Simon zugute. Mit Daniel Ginczek könnte er sich gut ergänzen. Probleme befürchte ich da nicht. Dass es mit den beiden klappt, hat man ja am Montag beim Sieg in Bielefeld gesehen, als Ginczek die Bälle für ihn aufgelegt hat.“

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