Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Pfarrer Heiko Merkelbach (Mitte) hat zusammen mit den Rovern einen Wetterschutz für die Schule in Hinigaran gebaut. Foto: privat

Die Pfadfinder der katholischen St.-Hedwig-Gemeinde in Stuttgart-Möhringen berichten von ihrem Einsatz auf den Philippinen. Im Sommer sind sie in Hinigaran gewesen und haben einiges erlebt...

Möhringen - Die Herzlichkeit der Menschen, das ist es, woran sich Pfarrer Heiko Merkelbach zuerst erinnert, wenn er an seinen Aufenthalt auf den Philippinen zurückdenkt. In den Sommerferien war er für einige Wochen mit der Pfadfindergruppe der Rover in der Stadt Hinigaran auf der Insel Negros. Dort steht die Anahaw-Grundschule. Und die braucht Unterstützung. Zum Selbstverständnis der Möhringer Rover gehört es, dass sie jedes Jahr einen Hilfseinsatz absolvieren. Die diesjährige Reise auf die südostasiatische Inselgruppe war ihr zehntes Projekt.

Der Kontakt zu der Schule kam über einen befreundeten Pfarrer zustande. Merkelbach war vor fünf Jahren schon einmal mit den Rovern dort. Damals war die Schule kurze Zeit zuvor von einem Taifun und einem Hochwasser stark beschädigt worden. Die Aufgabe der Pfadfinder war es, das Dach zu sanieren und neue Zwischenwände einzuziehen.

Das Dach hat eine Fläche von 114 Quadratmetern

Der Bau eines Daches stand auch diesmal wieder auf dem Programm. Ein Teil des großen Innenhofs sollte einen Wetterschutz bekommen. Das ist in Südostasien nicht so einfach. Denn dort wird gebaut „mit der Hand am Arm“, wie es Merkelbach formuliert. „Was bei uns Maschinen erledigen, ist dort noch harte Handarbeit“, sagt der Pfarrer. Das begann mit dem Aufstemmen des Teerbodens. Dazu nutzten die Jugendlichen einfache Metallstangen statt eines Presslufthammers. Vier tiefe Löcher für die vier Fundamente waren notwendig. Das war Schwerstarbeit.

Auch einen Betonmischer gab es nicht. Stattdessen mischten die Jugendlichen das Material mit Schaufeln auf dem Boden, bevor sie es in die Gruben füllten. Danach bauten sie aus Sperrholz und Bambus Verschalungen und gossen die tragenden Säulen. Bei der Dachkonstruktion halfen einige örtliche Handwerker. Die langen Mettallstangen mussten gesägt, geschweißt und miteinander verbunden werden. Und das alles ohne jede Sicherheitsausrüstung. „Wir haben ihnen zum Schweißen unsere Sonnenbrillen gegeben. Aber ein richtiger Schutz ist das auch nicht“, sagt Merkelbach. Zudem versahen die Jugendlichen die Wellblechplatten und die Stahlträger mit einem Rostschutz. Die philippinischen Handwerker bauten ein Gerüst aus Bambus. Von dort aus montierten sie zusammen mit den Rovern die Stahlträger und richteten diese aus. „Die Jungs hatten gut zu tun“, sagt Merkelbach. Am Ende blickten sie stolz auf ihr Werk. Das Dach misst an seiner höchsten Stelle sieben Meter und überspannt eine Fläche von 114 Quadratmetern.

Die Kommunikation ist kein Problem gewesen

„Bei dem Bauprojekt ging alles glatt“ sagt Merkelbach. Kleinere Schnittwunden und fiese Insektenstiche gab es dann aber doch. „Aber wir sind alle froh und munter wieder zurückgekommen“, betont der Pfarrer. Er selbst und die Jugendlichen seien von den Menschen in Hinigaran beeindruckt gewesen. „Sie sind so arm und geben doch so viel. Bei uns wollen viele immer nur noch mehr haben“, sagt Merkelbach und ergänzt: „Die Lehrerinnen haben uns immer ein zweites Frühstück gebracht, und das auf eigene Kosten.“ Völlig anders als in Deutschland seien die Menschen in Hinigaran „selbstverständlich“ katholisch. Sonntags gibt es zehn Gottesdienste, der erste beginnt morgens um 4.30 Uhr. Bei den meisten Messen ist die Kirche voll – und in das Gotteshaus passen zwischen 800 und 900 Menschen. Auch die Rover besuchten den Gottesdienst, und Merkelbach sprach ein Grußwort. Die Kommunikation mit den Menschen auf den Philippinen sei kein Problem, sagt Merkelbach. „Die lernen alle in der Grundschule Englisch.“

Das war ein Grund dafür, warum sich die Rover mit den Schülern gut verstanden haben. Nach getaner Arbeit blieben sie oft noch da, um mit den Kindern Feder- oder Basketball zu spielen und sich zu unterhalten. So entstanden Freundschaften.

Termin Die Rover berichten am 19. November in ihrer Sonntagssprechstunde über ihre Reise auf die Philippinen. Beginn im Hedwigssaal ist um 11.45 Uhr.

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