Hier ist vorerst kein Unterricht möglich: Angelika Blei, der Hausmeister Jens Palmbach und Claus-Dieter Jaisle (von links) besichtigen die Schulbaustelle. Foto: factum/Granville

Die Ellental-Gymnasien sind derzeit die größte und teuerste Baustelle der Stadt. In vier Abschnitten werden die Schulen im laufenden Betrieb bis 2021 generalsaniert und an die neuen pädagogischen Anforderungen angepasst.

Bietigheim-Bissingen - Jeder Schüler freut sich auf die Sommerferien. Das Bauamt in Bietigheim-Bissingen jedoch wird in diesem und den kommenden drei Jahren dem Termin mit Bibbern entgegen sehen: Die Sanierung der Ellental-Gymnasien, mit einem Volumen von 18 Millionen Euro die derzeit größte und teuerste Baustelle der Stadt, ist in vier Abschnitte gegliedert – und jeder muss jeweils zum Ende der Sommerferien fertig sein. „Beim Wechsel der Abschnitte haben wir nur wenig Spielraum“, sagt Claus-Dieter Jaisle, der Leiter des Hoch- und Tiefbauamts der Stadt.

Seit November saniert die Stadt die Schulen mit ihren vier Gebäudekomplexen im laufenden Betrieb. Für einen Abschnitt hat die Stadt ein Jahr Zeit. Verzögern sich die Arbeiten zu lange, müsse man wieder ein ganzes Jahr warten, weil manche Arbeiten, beispielsweise am Lüftungssystem, nur in den Sommerferien erledigt werden könnten, erklärt Jaisle. Im Jahr 2021 soll dann alles fertig sein. „Momentan sind wir noch im Zeitplan“, sagt er.

Die Bietigheimer Wohnbau errichtet einen Ersatzbau

Aktuell ist der Anbau dran, ein kleineres Gebäude neben den drei miteinander verbundenen Hauptgebäuden. Der Anbau kam in den 80er Jahren hinzu, als die Schüler zu viel wurden. Zurzeit besuchen 1300 Schüler die beiden Gymnasien, ausgelegt waren sie einmal für 2500.

Doch diese Zeiten sind vorbei: Die neuen pädagogischen Konzepte des Bildungsplans fordern mehr Platz für die Schüler, Gruppenräume, Einzelarbeitsräume. Weil man über so viel Platz verfügt, können die Schüler Abschnitt für Abschnitt in andere Gebäude verlegt werden. Dennoch ist ein Interimsgebäude nötig: 14 Klassenzimmer, sowie Verwaltung und Lehrerzimmer sollen von Mitte 2018 an in einen 1900 Quadratmeter großen Ersatzbau ziehen, der von der Bietigheimer Wohnbau gebaut wird.

Die Sanierung fällt in eine Zeit, in der die Stadt ohnehin ihre ganze Schullandschaft umkrempelt. Ursprünglich wollte die Stadt nur die Fassade und die Heizzentrale der stark sanierungsbedürftigen Gebäude im Ellental für sechs Millionen Euro erneuern. Als dann in anderen städtischen Gebäuden verstärkt Rohrbrücheauftraten, entschloss der Bietigheim-Bissinger Gemeinderat auf Anraten der Verwaltung, gleich das komplette Heiz- und Lüftungssystem auszutauschen. Jetzt liegen die Kosten bei 18 Millionen Euro.

„Intergalaktische“ Fachräume

In den Räumen des Anbaus schlängeln sich Kabel über den nackten Estrich-Boden, nur eine mit Folie verdeckte Tafel erinnert daran, dass es sich hier um ein Schulgebäude handelt. Neben der energetischen Sanierung – bessere Dämmung und ein neues Heiz- und Lüftungssystem – wird die Schule gerade auch technisch auf den neuesten Stand gebracht.

Angelika Blei, beim Hochbauamt verantwortlich für die Ausführung der Bauprojekte, erklärt, wie ein Fachraum in Zukunft aussehen wird: Sogenannte Medien-Schienen verlaufen an der Decke, mit Leitungen für Strom, Wasser und Internet. Mit beweglichen Schwenkarmen können die Schüler dann das gerade benötigte Medium an ihren Tisch ziehen. „Das sieht ein bisschen intergalaktisch aus“, kommentiert Blei die Pläne.

Nicht nur die Unterrichtsräume sind betroffen. Von März an wird es eine Interims-Caféteria geben, und die Schule muss auf ihre Aula verzichten. Für größere Veranstaltungen muss man dann in andere städtische Gebäude ausweichen, etwa in das Kronenzentrum oder in die Kelter.

Der Umbau der Schullandschaft in Bietigheim-Bissingen

Die Sanierung und der Ausbau der Schulen zu Ganztagsschulen ist das finanziell größte Projekt, das die Stadt derzeit zu tragen hat. Insgesamt 45 Millionen Euro hat der Gemeinderat im vergangenen Jahr für die Entwicklung der Schullandschaft bewilligt. Doch wie so oft bei Bauprojekten steigerten sich die Kosten. Inzwischen rechnet man mit 50 Millionen Euro. Abgeschlossen sein soll das Mammutprojekt 2022.

Die Stadt geht in Etappen vor. Der erste Schritt war ein Anbau an der Schillerschule in Bissingen, um die Hillerschule während ihres Umbaus entlasten zu können. Diese wird statt vier künftig nur noch drei Züge aufnehmen. Schüler aus dem Kreuzäcker gehen dafür dann an die Schillerschule.

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