So ein autonom fahrender und elektrisch angetriebener Minibus gehört zu den von der Region geförderten Projekten. Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky

Mit mehr als einer Million Euro bezuschusst die Region Modellprojekte aus den Bereichen Wirtschaft, Tourismus und nachhaltige Mobilität. Die Bandbreite ist groß: Von E-Carsharing bis zur Steillagen-App.

Stuttgart - Rund 1,1 Millionen Euro verteilt der Verband Region Stuttgart in diesem Jahr an Projekte von Kommunen im Bereich Wirtschaft, Tourismus und Mobilität, die von Jurys ausgewählt worden sind. Damit will die Region Maßnahmen fördern, die für andere Städte und Gemeinden beispielhaft sein können. Allerdings handelt es sich um sogenannte Kofinanzierungsprogramme, die Region übernimmt also nur einen Teil der Kosten, höchstens die Hälfte.

Tourismus

Ein Schwerpunkt der Förderung im Programm „Wirtschaft und Tourismus“, für das pro Jahr 350 000 Euro in einem Wettbewerbsverfahren vergeben werden, liegt in der Digitalisierung. So bekommt die Regio Stuttgart Marketing GmbH 110 000 Euro. Damit wird eine Online-Buchungsplattform für Touren und Führungen aufgebaut. Der Tourismusverein Remstalroute wird mit 97 500 Euro unterstützt. Er will damit gezielt Firmenkunden ansprechen und für sie eine gemeindeübergreifende Betreuung einrichten. Der Landkreis Ludwigsburg entwickelt eine Steillagen-App, die Besucher durch die terrassierten und landschaftsprägenden Weinberge über dem Neckar führen und sie mit weiteren Informationen zu regionalen Produkten und touristischen Angeboten versorgen soll. Der regionale Zuschuss beträgt 40 000 Euro.

Einzelhandel

Online-Schaufenster für Einzelhandel

Die Städte Esslingen und Plochingen haben mit dem Projekt „Online Handel(n)“ das Ziel, den innerstädtischen Einzelhandel besser auf digitalen Kanälen sichtbar zu machen. Schließlich klagen viele Einzelhändler über die Konkurrenz im Internet. Schulungen, kommunale Online-Schaufenster und ein Digitallabor sollen für Abhilfe sorgen. Dafür gibt es von der Region 63 250 Euro.

Damit werden in diesem Programm „nur“ knapp 311 000 Euro ausbezahlt, der Rest wird der nächsten Ausschreibung zugeschlagen. Seit 2014 hat die Region 23 mittlerweile acht wirtschaftsfördernde und 15 touristische Projekte mit 1,7 Millionen Euro bezuschusst. Dadurch seien Investitionen in Höhe von 4,1 Millionen Euro ausgelöst worden.

Nachhaltige Mobilität

Geld für nachhaltige Mobilität

Schon seit 2012 fördert die Region Projekte aus dem Bereich nachhaltige Mobilität. Dafür wurden insgesamt 8,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Mittel flossen in erster Linie in 13 regionale Mobilitätspunkte (3,2 Millionen Euro), wo verschiedene Verkehrsmittel (S-Bahn, Bus, Auto, Rad) vernetzt werden. Weitere Zuschüsse gingen an Schnell-Ladestationen für Elektrofahrzeuge und an Info-Stelen. Aus dem Finanzierungstopf werden nun die restlichen rund 780 000 Euro an drei Projekte, die ein Gesamtvolumen von 2,6 Millionen Euro haben. Sie hatte Zuschüsse in Höhe von fast 1,8 Millionen Euro beantragt und müssen sich nun mit einer geringeren Förderung zufrieden geben.

E-Carsharing

Den größten Batzen aus dem regionalen Fördertopf, nämlich fast eine halbe Million Euro, geht in den Kreis Göppingen. Dort soll für 970­000 Euro ein flächendeckendes E-Carsharing-Netz aufgebaut werden – vor allem als Zubringer im ländlichen Raum für den öffentlichen Nahverkehr. Daran können sich bis zu 38 Städte und Gemeinden und private Einrichtungen, beispielsweise die Evangelische Akademie Bad Boll, beteiligen. Dafür sollen 51 Elektroautos geleast und 41 Standorte mit Ladeinfrastruktur aufgebaut werden.

Pendler Für den Aufbau eines betrieblichen Mobilitätsmanagement am Gewerbestandort Weststadt erhält die Stadt Ludwigsburg einen Zuschuss von 47 000 Euro. Ziel ist, mit Fahrgemeinschaften und einem erweiterten Radverleihsystem, in Zusammenarbeit mit den dort ansässigen Unternehmen den Auto- und Parksuchverkehr zu verringern.

Autonome E-Busse

Erster autonomer Bus

Die restlichen Mittel von bis zu 250 000 Euro könnten für ein ambitioniertes Projekt in Waiblingen verwendet werden. Unter Federführung der Hochschule Stuttgart soll ein neues Industriegebiet und das Berufsschulzentrum mit zwei autonom fahrenden Minibussen für acht bis 15 Fahrgäste erschlossen werden. Dafür müssen nicht nur zwei Elektrofahrzeuge gekauft, sondern auch die Strecke entsprechend ausgestattet werden. Das Angebot soll auch in den VVS-Tarif integriert werden. Das Projekt schlägt mit insgesamt 1,54 Millionen Euro zu Buche, davon müssen rund 1,3 Millionen bezuschusst werden. Die Initiatoren brauchen also weitere Förderer, darüber laufen bereits Gespräche mit dem Land. Die Region könnte sich ebenfalls stärker beteiligen – wegen des „sehr hohen Innovationsgrads und Modellcharakters der ersten autonom fahrenden Buslinie in der Region Stuttgart“, die auf andere Kommunen übertragen werden könnte.

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