Die Pliensaubrücke ist monatelang aufwendig saniert worden. Doch kurz nach der Wiedereröffnung ist das Bauwerk nun für den Radverkehr gesperrt. Foto: Roberto Bulgrin

Die Sozialdemokraten im Esslinger Gemeinderat zeigen sich empört über das Vorgehen der Stadtverwaltung und fordern eine rasche Öffnung der Pliensaubrücke für den Radverkehr.

Esslingen - Nicht nur die örtlichen Radverbände sind empört über die Sperrung der Pliensaubrücke für Radfahrer. Auch die Esslinger SPD-Gemeinderatsfraktion zeigt sich fassungslos darüber, dass Radler das frisch sanierte Bauwerk vorerst nicht mehr befahren dürfen. Die Sozialdemokraten fordern die Stadtverwaltung nun zu raschem Handeln auf.

In einem Schreiben an den Oberbürgermeister Jürgen Zieger und den Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht bezieht sich die SPD auf die Tatsache, dass die Pliensaubrücke, die erst im Frühjahr nach monatelanger Sanierung wieder eröffnet wurde, nun schon wieder für Radfahrer gesperrt ist. Nach Meinung der Stadt ist die Brüstung zu niedrig für einen sicheren Radverkehr. Zwar war das Radfahren trotz der niedrigen Brüstung seit 2011 in der Brückenmitte erlaubt, aber nachdem die rechtliche Situation Anfang des Jahres erneut geprüft wurde, sieht die Stadt sich nun verpflichtet, ein höheres Geländer als Schutz anzubringen. Bis das steht, ist die Brücke für Radler gesperrt.

Die SPD kommentiert: „Diese Nachricht macht fassungs- und sprachlos, der sich dahinter verbergende Vorgang ist in der Tat ein Schildbürgerstreich und für die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung eine Blamage. Als ob man nicht schon vor der aufwendigen Sanierung der Pliensaubrücke von der Sensibilität der Brüstungsfrage hätte wissen müssen und können! So aber werden nun nicht nur die Radler kurz nach deren Wiederinbetriebnahme bis auf Weiteres am Befahren der Pliensaubrücke gehindert, sondern auch alle anderen Bemühungen um eine Aufwertung des Radverkehrs in unserer Stadt ein Stück weit konterkariert. Das, mit Verlaub, hätte nicht passieren dürfen.“

Angesichts dieses Vorfalls formulieren die Sozialdemokraten drei dringende Anliegen. Zum einen bitten sie die Verwaltung, im nächsten Mobilitätsausschuss einen Sachstandsbericht abzugeben. „Dabei soll es auch um die Frage gehen, wie es zu dieser Fehlleistung hat kommen können“, schreibt die SPD.

Zum zweiten fordert sie die Verwaltung dazu auf, schnellstmöglich wieder dauerhaft zuzulassen, dass Radler die Pliensaubrücke befahren dürfen. „Die Frage der Brüstungshöhe sowie eines zusätzlichen Geländers darf nicht zur unendlichen Geschichte werden“, heißt es in dem Schreiben an die Stadtspitze.

Und drittens solle die Verwaltung die Möglichkeit einer Zwischenlösung prüfen. „Wie wär’s zum Beispiel mit einem Schild ,Radfahren auf eigene Gefahr’?“, fragt die SPD – und bittet die Stadtverwaltung insgesamt um rasches Handeln. „Die Pliensaubrücke sollte keinen Tag zu viel quasi fahrradfreie Zone bleiben“, betonen die Sozialdemokraten.

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