Wenn es hier regnet, gibt es keine Möglichkeit, sich unterzustellen. Foto: Eveline Blohmer

Es kann fast nichts mehr schiefgehen bei der Überdachung der Haltestelle Plieningen Post. Damit wäre ein sechs Jahre währendes Drama beendet.

Plieningen - Eigentlich wollte Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) das leidige Thema um den Bau eines überdachten Buswartehäuschens an der Haltestelle Plieningen Post bis Ostern 2016 vom Tisch haben. Wer die jahrelange Posse verfolgt hat, der dürfte wohl kaum daran geglaubt haben, dass irgendetwas in Zusammenhang mit der Überdachung der Bushaltestelle im geplanten Zeitrahmen fertig werden würde. Doch jetzt scheint es wirklich so weit: Der Bauantrag für das Häuschen ist raus, im Grunde kann jetzt nichts mehr schiefgehen.

Einer der Streitpunkte, die den Bau des Bushäuschens so lange hinauszögerten, war der Standort. Bezirksbeirat und Verwaltung wurden sich nicht einig darin, wo das Wartehäuschen am besten aufgehoben wäre. Der Bezirksbeirat wollte es aufgeräumt an der Treppe vor der Alten Post, doch die Stadt hielt dagegen. Die üblichen, 10 000 bis 12 000 teuren Dreisitzer mit Dach finanzieren sich nämlich durch Werbung an den Seitenwänden. Und das lässt sich mit dem Denkmalschutz, der für die Alte Post gilt, nicht vereinbaren. Das Wartehäuschen darf den Blick auf die historische Treppe nicht versperren.

Die Lösung, die Haltestelle für die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) finanzierbar zu machen, lag dann nach langen Diskussionen irgendwann auf der Hand: woanders eine Werbetafel aufzustellen, die das Buswartehäuschen finanziert. Das soll etwa 15 Meter links von der Gebäudekante geschehen. „Wenn sich kein Anlieger darüber beschwert, kann der Bau beginnen“, sagt Peter Krauß, der Leiter der SSB-Ausführungsplanung. Das Haltestellenhäuschen selbst wird darum ziemlich kahl.

Passiert nichts Unerwartetes mehr, sei in den nächsten sechs bis acht Wochen mit dem Aufbau des 4,10 Meter breiten Häuschens zu rechnen. So lange dauere es maximal, bis das Baurechtsamt den Antrag bearbeitet hat und die Baufirma anrückt.

Keine Unterstellmöglichkeit

Zu lange, findet die Bezirksvorsteherin Andrea Lindel. „Jetzt ist Herbst und Regenzeit“, sagt sie, „am besten wäre es gewesen, wenn man das Bushäuschen schon gestern aufgebaut hätte“. In nächster Nähe zur Haltestelle gibt es überhaupt keine Möglichkeit, sich unterzustellen.

Dabei ist der Bezirksbeirat nicht ganz unbeteiligt an dem Drama. Dort wurde das Verhalten der Stadtverwaltung als Posse bezeichnet, als sie im Februar vorgeschlagen hatte, die Werbeflächen direkt am Buswartehäuschen eben in Kauf zu nehmen. Er formulierte den Gegenvorschlag, das Häuschen direkt ans Gebäude zu bauen. Das wollte wiederum die SSB nicht. Mit der Begründung, dass die Fahrgäste so bei Regenwetter aufgrund des weiten Weges zum Bus nass würden. Erstmals kam das Buswartehäuschen im Jahr 2009 zur Sprache. Damals war noch Matthias Hahn (SPD) Baubürgermeister. Sowohl ihm als auch Pätzold ist es bis zuletzt nicht gelungen, Stadtverwaltung, SSB und Bezirksbeirat auf eine Linie zu bekommen. Nun scheint es endlich so weit zu sein.

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