Nach der Folge „Band in China“ hat das Land die Serie Southpark verboten. Foto: southpark/.de

Aus Sicht der Zensoren in China sind die Macher der US-Kultserie Southpark mit ihrer neusten Folge einen Schritt zu weit gegangen. Eine Entschuldigung der Macher folgte prompt ...

Peking - Die für ihren bissigen Humor bekannte Zeichentrickserie South Park ist in China nicht mehr zu sehen. Das Land hat sämtliche Inhalte der Serie aus dem Netz verbannt. Grund dafür ist die in der vergangenen Woche in den USA erschienene Episode „Band in China“ aus der aktuellen 23. Staffel.

Die Comedy-Central-Serie wird in Deutschland seit September 1999 ausgestrahlt und ist dafür bekannt, vor nichts und niemandem zurückzuschrecken. Offenbar haben die Macher mit der aktuellen Folge eine Grenze überschritten – zumindest aus Sicht der Regierung und der Zensoren im Land der Mitte. Darin wird die Ähnlichkeit von Staatspräsident Xi Jinping mit der Figur Winnie Puuh aufgegriffen, außerdem werden auf die Arbeitslager in dem 1,4-Milliarden-Einwohner-Land angespielt, es werden Organhandel, der Umgang Chinas mit dem Dalai Lama und die mediale Zensur angeprangert.

Internationale Unternehmen machen immer wieder Zugeständnisse

Die Regierung hatte, nachdem die Folge in den USA ausgestrahlt worden war, auch alle 298 anderen Folgen der Serie verboten. Chinesische Internetnutzer können sie inzwischen auch nicht mehr auf Streamingplattformen wie Youku ansehen, auf dem Kurznachrichtendienst Weibo wurden sämtliche Posts zur Serie gelöscht, zudem wurde ein entsprechender Thread auf der beliebten Kommunikationsplattform Baidu Tieba eingestampft.

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass China Inhalte aus den USA zensiert. So ist zum Beispiel der Kabelsender HBO nicht mehr über das Internet zu empfangen, seitdem Gastgeber John Oliver in seiner Late-Night-Show „Last Week Tonight“ im Juni 2018 über Präsident Xi Jinping herzog.

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Immer wieder machen internationale Unternehmen China Zugeständnisse, weil sie sich den Zugang zu dem riesigen, lukrativen Markt nicht verbauen wollen. So sollen amerikanische Filmstudios inzwischen penibel darauf achten, dass die Drehbücher chinesische Zensoren nicht erzürnen. Unlängst entschuldigte sich Daryl Morey, General Manager des nordamerikanischen Profi-Basketballteams Houston Rockets, für einen Tweet, in dem er Sympathien für die Demonstranten in Hong Kong bekundet hatte.

Entschuldigung und Seitenhieb

Die Southpark-Schöpfer Matt Stone und Trey Parker entschuldigten sich am Montag ebenfalls. Allerdings war das Statement augenscheinlich nicht ernst gemeint, die beiden holten dann auch sogleich zu einem weiteren Seitenhieb aus.

„Wie die NBA begrüßen wir auch die chinesische Zensur in unseren Häusern und in unseren Herzen“, schrieben Parker und Stone. „Auch wir lieben Geld weitaus mehr als Freiheit und Demokratie. Xi sieht überhaupt nicht aus wie Winnie Puuh. Lang lebe die große kommunistische Partei Chinas. Möge eure Herbsternte reichlich sein. Ist jetzt alles wieder okay, China?“

  
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