Niederflurzüge – wie hier in Karlsruhe – auch im Kreis Ludwigsburg? Geplant werden sie nun zumindest. Foto: 7aktuell.de/Klewer

Einstimmig folgt der Technikausschuss dem Ludwigsburger Vorschlag für ein neues Schienensystem. Aber dass es tatsächlich realisiert wird, ist damit nicht gesagt.

Ludwigsburg - Im Kreis Ludwigsburg soll ein ganz neues Schienensystem geplant und gebaut werden: dafür hat sich der Ausschuss für Umwelt und Technik des Ludwigsburger Kreistags am Freitag einstimmig ausgesprochen. Konkret votierten die Räte dafür, eine Niederflurstadtbahn, wie es sie beispielsweise in Karlsruhe gibt, für ein Förderprogramm des Bundes anzumelden. Das Netz der neuen Bahn soll von Remseck über Ludwigsburg bis nach Markgröningen reichen, zudem sind Trassen im Ludwigsburger Stadtgebiet geplant, zum Beispiel bis nach Oßweil.

Der Landkreis hat seine Meinung komplett geändert

Damit vollzieht der Kreis eine Kehrtwende, hatte er sich bislang doch ebenso einhellig dafür ausgesprochen, die bestehende Stadtbahn der SSB von Remseck kommend über Ludwigsburg und Möglingen bis nach Markgröningen zu verlängern. Da der Gemeinderat der Kreisstadt Anfang Mai diesen Plänen aber eine Absage erteilt hatte, musste sich der Kreistag neu positionieren. Ob letztlich tatsächlich eine Niederflurbahn realisiert wird – oder ein Schnellbussystem, das die Stadt Ludwigsburg parallel verfolgt, ist offen.

Er sei froh, dass der Ludwigsburger Gemeinderat sich für eine Schienenlösung ausgesprochen habe, sagte der Landrat Rainer Haas. Er wolle nicht mehr auf die ganzen Debatten der vergangenen Monate eingehen, wichtig sei jetzt, die Fördergelder aus Berlin noch vor der Sommerpause zu beantragen. Zur Erinnerung: ein Vorschlag des Ludwigsburger Rathauses sah vor wenigen Wochen einen Nahverkehr ganz ohne neue Stadtbahn vor, erst ein Kompromissvorschlag aus dem Stuttgarter Verkehrsministerium sorgte dafür, dass die von Ludwigsburg gewünschten Schnellbusse ebenso wie eine neue Schienentrasse gleichberechtigt geplant werden.

Viel Zeit wurde verplempert

Die Haltung des Landrats wurde am Freitag quer durch alle Fraktionen unterstützt. „Wer Hochflurbahn sagt, muss auch Niederflurbahn sagen“, sagte Hans Schmid für die CDU, auch Eberhard Weigele (Freie Wähler) hielt den Vorschlag der Kreisverwaltung für „den richtigen Weg“. Schon im Herbst sei der Kreistag mit dem Beschluss, die SSB-Wagen fördern zu lassen, fertig gewesen, „jetzt haben wir halt noch eine Runde gedreht“. Er sehe in den Plänen, für die Schnellbusse als auch für die Stadtbahn, verschiedene Module, die zu unterschiedlichen Zeiten umgesetzt werden könnten, sagte der SPD-Rat Ernst Morlock. „Dafür haben wir lange auf Ludwigsburg gewartet“.

Für das Landratsamt ist das Votum des Ausschusses bindend, der gesamte Kreistag wird sich mit dem Thema nicht mehr befassen. Auch in Markgröningen und Ludwigsburg sind entsprechende Beschlüsse schon gefasst worden. Wenn nun auch die Gemeinderäte von Remseck, Möglingen und Kornwestheim zustimmen, kann die Niederflurbahn in Berlin zur Förderung angemeldet werden.

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