Acht Mädchen und neun Jungen sollen auf einem Campingplatz in Lüdge missbraucht worden sein. Foto: dpa

Der Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lüdge weitet sich aus. Die Ermittler gehen von einem weiteren Opfer aus und erweitern die Anklage.

Lügde/Detmold - Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs von Lügde geht die Staatsanwaltschaft nun von einem weiteren Opfer des Hauptangeklagten aus. Wie das Landgericht am Mittwoch mitteilte, haben die Ermittler deshalb ihre Anklage gegen einen 56-Jährigen um fünf Fälle auf nun insgesamt 298 erweitert.

Zusätzlich zu den bereits 22 in der Anklageschrift aufgeführten mutmaßlichen Opfern bestehe der begründete Verdacht, dass der Angeklagte ein weiteres Kind auf dem Campingplatz missbraucht habe. Das Mädchen soll damals zehn Jahre alt gewesen sein.

Drei Männer angeklagt

Schon bei der Anklageerhebung hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft betont, dass die Ermittlungen noch nicht gänzlich abgeschlossen seien. Finden Polizei und Staatsanwaltschaft weitere mutmaßliche Täter, Opfer oder Taten, können diese noch in den laufenden Prozess einfließen oder zu weiteren Anklagen führen.

Beschuldigt werden neben dem 56-Jährigen ein 34 Jahre alter Mann aus Steinheim und ein 49-jähriger Mann aus Stade in Niedersachsen. Dem 34-Jährigen wirft die Staatsanwaltschaft insgesamt 162 Fälle des sexuellen und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor. Acht Mädchen und neun Jungen sollen ihm zum Opfer gefallen sein.

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Der 49-Jährige Komplize ist mitangeklagt, weil er unter anderem in mindestens vier Fällen an Webcam-Übertragungen des Dauercampers teilgenommen haben soll. Teilweise soll er den hauptverdächtigen Dauercamper vorher ausdrücklich zum Missbrauch aufgefordert haben. Beide sollen zudem im Besitz von kinderpornografischen Videos und Bilddateien gewesen sein. Bei allen drei Beschuldigten prüft das Landgericht noch, ob es die Anklagen zur Hauptverhandlung zulässt.

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