Hemmingen, hier das Gebiet Hälde, soll einen qualifizierten Mietspiegel bekommen. Foto: factum/Granville

In einer Kooperation mit Ludwigsburg und Kornwestheim will die Gemeinde Hemmingen einen qualifizierten Mietspiegel erstellen. Eine Umfrage dazu soll bald anlaufen.

Hemmingen - Ob in einem Zimmer oder in der große Luxuswohnung: Viele Menschen wohnen zur Miete. Ob deren Höhe für Lage und Ausstattung passt, ist Ansichtssache. Um Mietstreitigkeiten zu minimieren, erstellt nun auch die Gemeinde Hemmingen einen Mietspiegel. Dies hat jetzt der Gemeinderat beschlossen. Die Verwaltung und die damit beauftragte Firma hoffen, dass sich möglichst viele Mieter und Vermieter an einer Umfrage beteiligen, die noch in diesem Herbst laufen soll. Ein Testlauf hat schon stattgefunden.

Die Kreisstadt ist eingebunden

Es geht um Vergleichsmieten, wie sie für andere Gemeinden und Städte schon länger ermittelt werden. Diese sind dann als Mietspiegel aufgelistet – Mieter und Vermieter können darin nachschauen, welche Preise am Markt vertretbar sind. Hemmingen hat so ein Tabellenwerk noch nicht, will es aber jetzt erstellen – in einer vom Land Baden-Württemberg geförderten Kooperation mit Ludwigsburg und mit Kornwestheim. Auch die Verbände von Mietern und Vermietern sollen beteiligt sein. Im nächsten Sommer sollen für den gewünschten qualifizierten Mietspiegel konkrete Zahlen aus dem Ort vorliegen. Dafür wurde eine Beratungsfirma mit einschlägiger Erfahrung aus Bayern verpflichtet. Deren Geschäftsführer Bernhardt Schmidt schätzt, dass es in Hemmingen bei 8000 Einwohnern rund 2000 Mietverhältnisse gibt. In der übernächsten Woche setzen sich die Verantwortlichen zusammen, um das weitere Vorgehen zu konkretisieren. Kurz darauf sollen Fragebögen an Mieter und Vermieter verschickt werden.

Konkrete Daten erforderlich

Denn es braucht konkrete Daten über konkrete Mietverhältnisse – die natürlich für die Auswertung anonymisiert werden. Ob jemand antworten will, bleibt ihm überlassen – es gilt das Freiwilligkeitsprinzip. Bernhardt Schmidt: „Daran können wir nichts ändern. Wir appellieren aber an die Angeschriebenen, uns zu antworten.“ Der Bürgermeister werde den Brief unterschreiben und selbst die Bürger bitten, sich im Sinne aller zu beteiligen.

Ein Mietspiegel sei in erster Linie ein Service für die Vermieter in Hemmingen, stellt die Gemeinde dazu fest. Eine Tabelle könne Mieter vor überzogenen Mietpreisen schützen, und auch die Gemeinde könne beim Vermieten eigener Wohnungen darauf zurückgreifen, „die vorhandenen Einnahmepotenziale ausschöpfen“ und die Vorgaben bei der Vermietung an Mitarbeiter erfüllen. Im Strohgäu gibt es einen qualifizierten Mietspiegel für Ditzingen schon seit Längerem und einen für Gerlingen seit diesem Sommer.

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