Die Bauverwaltung will das neue Feuerwehrhaus in der Nähe des Alten Rathauses (Foto) bauen. Das sorgt im Flecken für Aufregung. Foto: Archiv Natalie Kanter

Obwohl Alteingesessene dagegen sind, favorisiert die Bauverwaltung von L.-E. weiter das Areal am Alten Rathaus in Stetten für einen Feuerwehr-Neubau. Das hat ein turbulenter Workshop gezeigt.

Leinfelden-Echterdingen - Auf einem Hang neben dem Alten Rathaus oder auf dem Haldenareal? Wo soll der Neubau der Stettener Wehr in die Höhe gezogen werden? Diese unter Stettener Bürgern heiß diskutierte Frage wird erst nach der Sommerpause geklärt. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen. Im September sollen sämtliche Bürger mit einem Infoabend ins Boot geholt werden. „Es wird aber wohl auf das Gelände am Alten Rathaus hinauslaufen“, sagt Irmgard Quelle, die Chefin des Stettener Vereinsrings am Freitag ernüchtert. Und: „In einer Demokratie muss man wohl damit leben, überstimmt zu werden.“ Auch wenn einem die Pläne nicht schmecken.

Das Problem: Für alteingesessene Stettener Bürger ist das Gelände am Alten Rathaus eine Art heiliger Boden. Auch der örtliche Vereinsring ist gegen einen Bau an dieser Stelle. Das Alte Rathaus, in dem derzeit noch die Stadtwerke zu finden sind, soll künftig als Bürger-, Vereins- und Kulturhaus genutzt werden. „Es braucht dann aber auch ein Umfeld, in dem es atmen kann“, schreibt FDP-Stadtrat Wolfgang Haug in einem Positionspapier zur Stettener Stadtentwicklung. Ein Neubau neben dem Alten Rathaus würde das Areal dominieren und entwerten. Dieses Papier hat er an die Verwaltung und die Fraktionen geschickt – auch um sich seinen Ärger von der Seele zu schreiben. „Allein sich einen Feuerwehrklotz neben dem Alten Rathaus vorzustellen, ist unerträglich“, sagt Irmgard Quelle. „Die Probleme mit dem Parken werden von der Verwaltung weggewischt.“

Probleme mit Lärmrichtlinie

Baubürgermeisterin Eva Noller will das Thema am Dienstag auch im Gemeinderat erneut aufs Tapet heben. Sie sagt: „Es spricht bereits heute vieles für den Standort am Alten Rathaus.“ Denn wenn man das Feuerwehrhaus am bisherigen Standort neu bauen würde, bräuchte man ein Gebäude, wo die Wehr übergangsweise unterkommen kann. Zudem müsste dann der dort auch geplante Kitaneubau zunächst errichtet werden. „Das würde uns Jahre zurückwerfen“, sagt sie. Auch die Topografie spreche gegen dieses Areal. Zudem liege das neue Feuerwehrhaus laut neuen Lärmrichtlinien dann zu nahe an der Wohnbebauung.

Am Donnerstagabend haben sich Vertreter von Fraktionen, der Bauverwaltung, des Vereinsrings und der Kirchengemeinde sowie engagierte Bürger bei einem nichtöffentlichen Workshop zu der Standortfrage ausgetauscht. Baubürgermeisterin Noller wollte dieser Runde die Vor- und Nachteile der Standorte Altes Rathaus und Haldenareal präsentieren. Der dritte Standort am Ungerhaldenweg ist – wie berichtet – mittlerweile vom Tisch

Der Abend soll sehr lebhaft verlaufen sein. Der Unmut ist groß. Wolfgang Haug ist an diesem Abend die Hutschnur geplatzt. Auch Erich Klauser (SPD) ist sehr unzufrieden. Viele der vorgebrachten Argumente seien nicht nachvollziehbar, die Unterlagen manipuliert. „Es wird Stimmung gemacht. Der Standort Haldenareal schlecht geredet“, sagt er.

Der Technische Ausschuss hat im nichtöffentlichen Teil seiner jüngsten Sitzung der Verwaltung den Auftrag erteilt, auch das Haldenareal als einen möglichen Standort für den Neubau so tief gehend zu untersuchen, wie dies bereits für den Standort am Alten Rathaus passiert ist. Die L.E.-Bürger/FDP, die SPD und die Freien Wähler haben sich dafür stark gemacht. Zuvor hatte die Bauverwaltung kurz auch Pläne eines Architekturbüros für den Feuerwehrstandort am Alten Rathaus gezeigt.

Zu dem Vorstoß sagt Noller: „Das Haldenareal wurde untersucht – von Mitarbeiter aus eigenen Reihen.“ Und: „Natürlich können wir nun auch ein Architekturbüro oder auch einen Bodengutachter damit beauftragen. Das aber kostet Zeit und Geld.“

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