Bundesbildungsministerin Johanna Wanka überreichte beim Bundesfinale von „Jugend forscht“ die Preise – auch an zwei Ludwigsburger Jungforscher. Foto: dpa

Sie sind jung, neugierig - und pfiffig: Mehr als 12.000 Jugendliche haben sich in diesem Jahr am Wettbewerb „Jugend forscht“ beteiligt. Die Besten verblüfften selbst Fachleute mit ihren Forschungsarbeiten.

Erlangen - Den einen geht es um den Schutz der Umwelt, anderen um ein besseres Verständnis der Natur oder schlicht um Lösungen für ärgerliche Alltagsprobleme. Für ihren kreativen Forschergeist und ihre akribischen monatelangen Tüfteleien sind am Sonntag beim Bundesfinale von „Jugend forscht“ rund zwei Dutzend Nachwuchsforscher aus ganz Deutschland ausgezeichnet worden. Bei einer Siegerehrung in Erlangen nahmen sie die Preise entgegen.

Für Aufsehen sorgte der aus dem unterfränkischen Karlstein am Main stammende Luca Fäth. Für sein selbst balancierendes Elektroeinrad bekam der 17 Jahre alte Gymnasiast den ersten Preis in der Kategorie Technik. Den Anstoß für seine Erfindung lieferte seine Freundin. „Sie konnte Einradfahren, ich nicht“, erzählte Fäth. Um mit ihr mithalten zu können, konstruierte er eine ausgefeilte Steuerungselektronik, die das von ihm gebaute Elektroeinrad automatisch im Gleichgewicht hält.

Der Preis im Fachbereich Mathematik/Informatik ging an den 17 Jahre alten Vladimir Danila aus Hilden in Nordrhein-Westfalen. Der Computer-Tüftler entwickelte eine preiswerte Alternative zu teuren Grafikdesign-Programmen - die Software läuft auch auf Smartphones und Tablets. Die Jury zeigte sich von Danilas Forschungs begeistert: „Der Jungforscher demonstriert tiefe Kenntnisse modernster Hard- und Software-Technologien.“

Der Preis im Fachbereich Chemie geht nach Ludwigsburg

Wenn Zahnärzte künftig weniger Stress beim Einsetzen von Kunststoff-Zahnfüllungen haben, verdanken sie das womöglich den drei Marburger Nachwuchsforschern Albrecht von Bülow (20), Flavio Krug (18) und Saeed Mohamad (20). Sie entwickelten ein spezielles, auf gelben und türkisen LEDs basierendes, weißes Licht. Das sorgt dafür, dass das Zahnfüllmaterial langsamer aushärtet. Dafür erhielt das Trio den ersten Preis im Fachbereich Arbeitswelt.

Den Überlebenskünsten des bisher wenig erforschten Bärtierchens, ein zumeist in Moosen vorkommendes, knapp ein Millimeter großes Lebewesen, ging Stefan Kemmerich auf den Grund. Der 14-Jährige aus Wipperfürth in Nordrhein-Westfalen fand heraus, dass es dank eines sehr flexiblen Stoffwechselsystems sowohl extreme Trockenzeiten als auch längere Nässeperioden problemlos übersteht. Der Gymnasiast erhielt den ersten Preis im Fachbereich Biologie.

Die Schulchemie brachten die aus Ludwigsburg stammenden Jungforscher Johannes Waller und Philipp Kessler ins Wanken. Sie stellten fest, dass ein früherer Test zur Feststellung der Zuckerkrankheit, die sogenannte Fehling-Probe, ein wesentlich komplexerer chemischer Vorgang ist als bisher angenommen. Die beiden 17 und 18 Jahre alten Jugendlichen bekamen den ersten Preis im Fachbereich Chemie.

„Wir hatten gerade nichts Besseres zu tun.“

Mit dem entsprechenden Preis in der Kategorie Geo- und Raumwissenschaften wurden Maximilian Marienhagen (17), Toni Ringling (18) und Aaron Wild (18) vom Albert Schweitzer-Gymnasium in Erfurt geehrt. Sie untersuchten, unter welchen Bedingungen die Erdumlaufbahn zweier in Wechselwirkung stehender Himmelskörper aus dem Ruder laufen könnte. Als der Moderator der Siegerehrung, Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar, fragte, wie sie denn auf das Problem gestoßen seien, fiel ihre Antwort erfrischend kurz aus: „Wir hatten gerade nichts Besseres zu tun.“

Sonderpreise von Bundespräsident, Bundeskanzlerin und Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) erhielten zudem Teilnehmer aus dem Saarland, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Wanka pries beim Besuch einiger Stände vor allem die Souveränität der Nachwuchsforscher. „Ist ja toll - vor allem, wie schön Sie das erklären können“ lobte sie den 18 Jahre alten saarländischen Gymnasiasten Philipp Sinnewe, der ein energieeffizientes Flugzeugtriebwerk entwickelt hat.

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