Die Busse der Linie 815 stecken immer wieder in Staus fest. Foto: Malte Klein

Die Busse auf den Fildern brauchen offenbar einen größeren Zeitpuffer für Verspätungen. Der neue Linienbetreiber sucht weiter nach Lösungen.

Filderstadt - Eine Klage zieht sich durch die Debatte wie ein roter Faden: Busse, die nicht nur zu spät, sondern gar nicht kommen. Wenn stimmt, was die Filderbewohner sich auf der Online-Plattform „Filder-Pinnwand“ erzählen, fallen Busse immer wieder komplett aus. Und zwar quer durch die Linien. Kürzlich hatten sich Eltern und Schulen dazu geäußert, dass Kinder immer wieder zu spät zum Unterricht kämen.

Der Grünen-Politiker Matthias Gastel hat die Netzgemeinde jüngst bereits zum zweiten Mal zu Erfahrungen mit den neuen Bussen befragt. Zur Erinnerung: Seit Anfang Dezember 2018 hat die Firma Friedrich-Müller-Omnibus (FMO) den Betrieb der Buslinien in Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen und Waldenbuch von den Stuttgarter Straßenbahnen übernommen. Und seither holpert es. In einem Schreiben an FMO listet Gastel zum wiederholten Male Punkte auf, bei denen seiner Ansicht nach noch Luft nach oben ist.

Mehrere Schwachstellen

„Wiederum erbrachte die Linie 815 von/nach Waldenbuch bzw. Ruit die meisten Feedbacks“, schreibt Gastel an den FMO-Geschäftsführer Marco Trovato. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete führt die Probleme auf die Länge der Buslinie zurück. Er weist den Busbetreiber aber auch auf andere Schwachstellen hin. Beispiele: Unpünktlichkeit; Haltestellenanzeigen würden nicht immer stimmen; manchen Fahrzeugen fehle es an der Technik, die Ampeln zugunsten der Busse beeinflussen kann; Bildschirme am Bussteig am Bahnhof in Bernhausen zeigen Verspätungen nicht an; und teils würden an den Haltestellenschildern noch die alten Buslinien geführt werden. Dies liegt offenbar daran, dass die Schilder derzeit bei den niedrigen Temperaturen nicht neu beklebt werden können. Die gute Nachricht: Offenbar verfransen sich die Busfahrer inzwischen immer seltener, gibt Gastel an FMO weiter.

Die S-Bahn nicht erreicht

Die Probleme mit den Bussen waren auch Thema im Technischen Ausschuss am Mittwoch. „Das Netz sollte funktionieren“, sagte der Leiter des Ordnungsamts, Jan-Stefan Blessing. Er nahm Stellung zu den Verspätungen und Ausfällen der Busse. Blessing berichtete davon, dass es Beschwerden seitens der Schulen gegeben habe, weil der Bus 816A dort nicht rechtzeitig angekommen sei. Zwei Fahrzeuge seien aus technischen Gründen ganz ausgefallen. Immer wieder kam es vor, dass Anschluss-Busse von den Fahrgästen nicht erreicht wurden, weil die Fahrzeiten nicht eingehalten werden konnten. „Insbesondere die Linie 815 hat ein Problem“, sagte der Ordnungsamtsleiter. Der Bus, der in Ruit startet, erreiche die S-Bahn, die um 7.04 Uhr in Bernhausen abfährt, meist nicht. Dies liege am Berufsverkehr. „Der Bus steht bei Neuhausen regelmäßig im Stau“, so Blessing. Vertreter von VVS, FMO sowie der Städte Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt hätten zusammen nach Lösungen gesucht. „Vielleicht bringt es was, wenn wenigstens die Schulbusse früher losfahren“, so Blessing. Dann hätten sie einen größeren Zeitpuffer. In den Redebeiträgen der Fraktionen zeigte sich: Die Stadträte beobachten die Probleme kritisch und fordern, dass die Bürger über Fortschritte informiert werden.

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