Schlichte Ankündigung für ein traditionelles Fest: Gerlingen feiert zum 38. Mal. Foto: factum/Granville

Hafenscherbenfest in Ditzingen und Straßenfest Gerlingen: Bei den beiden größten Stadtfesten im Strohgäu sind am Wochenende 9. und 10. September 2017 auch Delegationen aus den Partnerstädten dabei.

Ditzingen/Gerlingen - Die Ditzinger warten alle zwei Jahre gespannt darauf, bei den Gerlingern gehört es zum Jahresprogramm: Große Feste, an denen fast die ganze Stadt beteiligt ist. Am Wochenende feiern die Ditzinger das Hafenscherbenfest zum 15. Mal, die Nachbarn organisieren ihr Straßenfest zum 38. Mal. Vereine und Organisationen präsentieren sich bei diesen Festen am Samstag und Sonntag, 9. und 10. September, zudem sind viele Leute aus den Partnerstädten dabei. In Ditzingen ist zudem Flohmarkt und verkaufsoffener Sonntag. Auf vier Bühnen finden an beiden Tagen mehr als zwei Dutzend Aufführungen statt.

Die Gerlinger haben nur eine Bühne auf dem Rathausplatz. Dort wird das 38. Straßenfest am Samstag um 15 Uhr eröffnet. Die Stadtkapelle spielt, dann tanzen Garden der Faschingsvereine. Das Abendprogramm bestreiten der Gerlinger Musiker Jan Harnisch und die Band Smokin’ Penguins. Parallel dazu sind die vielen Stände der Vereine geöffnet, die an der Hauptstraße aufgebaut sind. Am Sonntag gibt es Programm von 11.15 Uhr an bis zum Abend.

Absprachen auch beim Essensangebot

Um all das zu organisieren, laufen bei Siggi Hahn vom FC Gerlingen die Fäden zusammen. Er ist der Vorsitzende des Straßenfest-Ausschusses von zehn Vereinen. Das Fest wird seit 1980 so organisiert, mit Unterstützung der Stadt und des Bauhofs. „Damals hat jeder Verein sein Fest gemacht“, erinnert sich Hahn, „dann wurde alles gebündelt.“ Konstanter Termin blieb das Sommerferien-Wochenende.

Auch die Essensangebote werden abgesprochen. Viele Besucher kämen deshalb. „Am Sonntag gibt’s beim Skiclub Rostbraten.“ So wichtig wie das Essen, mit dessen Erlös jeder Verein seine Kasse aufbessere, sei aber die Präsention – auch wenn bald jeder Verein über zu wenig Leute jammere.

Aus den Partnerstädten Seaham, Tata und Vesoul haben sich Vertreter angesagt, sie bringen lokale Köstlichkeiten mit. Auch aus Gefell in Thüringen hat sich eine Gruppe angemeldet. Und zehn Gerlinger Künstler machen den Platz am Brunnenmarkt am Sonntag von 11 bis 18 Uhr zur Galerie.

25 Auftritte auf vier Bühnen

Aus Gyula in Ungarn und Rillieux-La-Pape in Frankreich kommen am Wochenende mehr als 70 Gäste zum Hafenscherbenfest „Cum Tempore“ nach Ditzingen; auch sie werden Spezialitäten anbieten. 37 Künstler machen die Hundertschaft Besucher voll. Aus Gyula präsentieren sich die U15-Europameister im Energy Dance und aus Rillieux-La-Pape eine zwölfköpfige Band und Gesangsgruppe. Vier Bühnen sind dazu in der Ditzinger Innenstadt aufgebaut: Im Schlossgarten, bei der Konstanzer Kirche und auf dem Parkplatz Gerlinger Straße. Am Laien wird das Fest am Samstag um 15.45 Uhr eröffnet. Bis Sonntagabend wird es auf den vier Bühnen 25 Auftritte geben – von Rock- bis zur Akkordeonmusik, von Reggae bis zur Fasnetsgarde, vom Improvisationstheater bis zur Comedy.

Die Bühnenbereiche sind auch die Orte, an denen die Verpflegungsstände der 22 Vereine und Gewerbetreibenden stehen. Dazu kommen im Schlossgarten die Bau- und Spielwiese für kleine und große Gäste sowie ein Flohmarkt in der Münchinger Straße am Sonntag zwischen 13 und 18 Uhr. Am Sonntagnachmittag haben zudem zahlreiche Geschäfte geöffnet. Ein besonderes kulturelles Glanzlicht gibt es am Sonntag von 13.30 bis 14 Uhr vor dem Weißen Haus: Da spielt der Bezirkskantor Andreas Gräsle auf dem Glockenspiel.

Für die Bezeichnung Hafenscherben sollen übrigens Marktfrauen verantwortlich sein: Sie stießen der Überlieferung nach im Streit ihre Milchtöpfe („Häfa“) zusammen und produzierten dabei Scherben.

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