Problemzone Cannstatter/Heilmannstraße: Das Ende der neuen Busspur ist der Anfang eines großen Problems. Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky

Der Expressbus X1 gilt als „der Schnellste seiner Art“, unter anderem mit einer exklusiven Busspur in der Cannstatter Straße. Doch genau diese Spur ist ihm nun verwehrt – ironischerweise wegen einer am Samstag neu markierten Busspur.

Stuttgart - Auf die Fahrgäste der Expressbuslinie X 1 lauert am Montag eine böse Überraschung: Die 800 Meter lange Sonderspur der Cannstatter Straße zwischen Schwabengarage und Schwanenplatztunnel im Stuttgarter Osten, ist vorerst tabu für den schnellen Linienbus. Der muss sich in Richtung Bad Cannstatt wieder in den Stau der B 14 einreihen.

Grund dafür ist die neue Busspur, die am Samstag am Neckartor frisch markiert wurde. Auch hier soll der Expressbus auf einer eigenen Spur vorankommen, während die Autofahrer auf der B 14 stadtauswärts auf nur noch zwei Spuren unterwegs sind. Das Regierungspräsidium hatte die neue 300 Meter lange Spur gegen den Willen der Stadt als Sofortmaßnahme angeordnet. Hintergrund ist die Verpflichtung des Landes, den Verkehr an dieser Stelle um 20 Prozent zu reduzieren. So war es bei einem Vergleich am Verwaltungsgericht im Jahr 2016 ausgemacht worden – als Alternative droht ein temporäres Fahrverbot für Diesel mit Euro 5.

Neue Busspur hat kuriose Folgen

Die schnelle Aktion wird nun aber zum Bumerang – ausgerechnet für den Expressbus. Das Problem stellt sich nämlich am Ende der neuen Busspur, an der Kreuzung der Cannstatter und Heilmannstraße. Dort muss der Bus von ganz rechts nach ganz links zur Busspur der Cannstatter Straße wechseln. Diese 800 Meter lange Spur leitet den Expressbus normalerweise exklusiv am Stau Richtung Bad Cannstatt vorbei.

Für den Spurwechsel von rechts nach links bräuchte der Bus von der Ampelanlage an der Heilmannstraße einen kleinen zeitlichen Vorsprung. Doch die Ampel an der Kreuzung hat keine solche Schaltung, auch Busschleuse genannt. Ein Spurwechsel wäre höchst unfallgefährlich. Dies ist deshalb auch nicht erlaubt, wie unsere Zeitung erfahren hat: Der Expressbus muss offenbar rechts bleiben – und sich in die Staukolonnen Richtung Bad Cannstatt einreihen. Die 800 Meter lange Expressspur, seit 15. Oktober in Betrieb, bleibt für die Linie stadtauswärts vorerst tabu. Wann der Expressbus mit dem Geparden-Muster wieder sprinten darf, ist noch unklar.

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