Der Stettener Cap-Markt schließt in wenigen Tagen, zuvor gibt es noch kräftig Nachlass. Foto: Natalie Kanter

Schnäppchenjäger kommen auf der Weidacher Höhe auf ihre Kosten. Der Lebensmittelmarkt dort schließt an Silvester. Bis dahin gibt es reichlich Rabatt. Im Frühjahr öffnet an gleicher Stelle ein Bonus-Markt. Was passiert mit den Mitarbeitern?

Leinfelden-Echterdingen - Wer noch einmal im Stettener Cap-Markt einkaufen will, muss sich sputen. Der einzige Lebensmittelladen, den es auf der Weidacher Höhe noch gibt, schließt am Silvestertag. Die Waren von Edeka werden bis dahin zu Schnäppchenpreisen abverkauft. Bis zum 14. Dezember gab es 20 Prozent Nachlass, diese Woche sind es sogar 30 Prozent. Wer noch eine Kleinigkeit für das Weihnachtsmenü braucht oder schon für die Silvesterparty einkaufen will, kann dort also kräftig sparen.

Plakate vor dem Ladengeschäft und auch im Inneren – genau genommen an jedem zweiten Regal, selbst an den Kühltruhen – weisen auf die Rabattaktion hin. Auch auf der Internetseite der Filderwerkstatt, der bisherigen Betreiberin der vier Cap-Märkte, die es im Kreis gibt, wird dafür geworben.

Es gibt einen Nachfolger auf der Weidacher Höhe

Die gute Nachricht ist: Es wird weiterhin einen Supermarkt an dieser Stelle geben. Die Nahversorgung im Flecken bleibt bestehen. Das Ladengeschäft wird von Januar an umgebaut und soll bereits im Frühjahr als Bonus-Markt – mit Produkten des Lieferanten Rewe in den Regalen – seine Pforten wieder öffnen. Auch die im Cap-Markt bisher Beschäftigen sind dann nicht arbeitslos. Der neue Träger, die Gemeinnützige Gesellschaft für Schulung und berufliche Reintegration (SBR), will sie übernehmen. Das hat SBR-Geschäftsführer Manfred Kaul zugesagt.

Das gilt auch für die sieben behinderten Mitarbeiter. Von Januar an werden die meisten von ihnen aber zunächst in Echterdingen zur Arbeit gehen, sagt Klaus Korschinek, der Leiter der Filderwerkstatt. Die Filderwerkstatt unterstützt dort den zentralen Vertrieb von Brot für die Welt, dem weltweit tätigen Entwicklungswerk der Evangelischen Kirche. Die Mitarbeiter werden dort beispielsweise Waren verpacken und so für den Vertrieb vorbereiten.

Nur die zweitbeste Lösung

Die Filderwerkstatt gibt derweil das Geschäftsfeld Einzelhandel nach insgesamt 19 Jahren ab. Da fortan sämtliche Tätigkeiten für die Cap-Märkte komplett wegfallen, musste das Sozialunternehmen hausintern Arbeitsplätze abbauen. „Das ist uns überhaupt nicht leicht gefallen“, sagt Korschinek. Dass aus den Cap- nun Bonus-Märkte werden, ist für ihn auch deshalb nur die zweitbeste Lösung. „Das ist nicht das, was wir ursprünglich im Fokus hatten“, gibt er auf Nachfrage zu. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Cap-Märkte unter neuer Trägerschaft fortgeführt werden“, sagt er.

Klaus Korschinek wollte die Cap-Märkte an eine gemeinnützige GmbH mit dem Namen W.I.R. (Wirtschaft, Inklusion, Region) übertragen. Dafür hatte er sich über viele Monate hinweg eingesetzt. Doch dieser Neuanfang, für den man sich finanzielle Unterstützung von Seiten der Kommunen Leinfelden-Echterdingen, Kirchheim/Teck und Neuhausen erhofft hat, habe „aus verschiedenen Gründen nicht geklappt“, sagt er. Ein Plan B musste her. „Wir haben dann mit unterschiedlichen Akteuren gesprochen“, sagt Korschinek. Und das Konzept der Bonus-Märkte habe bei diesen Gesprächen am meisten überzeugt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: