Meistens hebeln Einbrecher Fenster oder Terrassentüren auf. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Polizeibeamte der Stabsstelle Sicherheitspartnerschaft beraten über den Schutz vor Einbrechern und Betrügern. Wir haben die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Möhringen - Echte Polizeibeamte haben am Freitag Bürger über Schutz vor Einbrechern aufgeklärt. Sie standen vor ihrem Präventionsmobil des Vereins „Sicheres und sauberes Stuttgart“ an der Filderbahnstraße Rede und Antwort. Falsche Polizeibeamte, sagte Ulrich Sauter, der Leiter der Präventionsstelle, seien in Stuttgart ein großes Problem: „Wir werden oft darauf angesprochen.“ Falsche Polizisten riefen selbst in der Nacht bei Senioren an: „So entsteht ein erheblicher Druck, bis die älteren Leute erhebliche Summen zahlen“. Sein Rat: „Die Polizei wird nie unter 110 anrufen. Wer solch einen Anruf erhält, sollte sofort auflegen und dann die 110 wählen. Keinesfalls sollte er einen automatischen Rückruf starten, sonst landet er bei den Betrügern.“

In Stuttgart, sagte der Polizeibeamte, habe sich die Zahl der Einbrüche zwischen 2014 und 2018 halbiert: „Wir wollen die Bilanz weiter verbessern.“ Es sei ein Irrtum, dass Einbrecher Fenster einschlügen: „Das ist zu einem geringen Prozentsatz der Fall, denn das ist zu laut. Leiser ist es, Türen und Fenster aufzuhebeln.“ Wer diese mit mechanischen Sicherungssystemen versehe, verschaffe sich Zeit. „Im Durchschnitt gibt ein Einbrecher nach drei bis fünf Minuten auf. So lange widerstehen ihm dieses Sicherungssysteme locker“, sagt er. Sehr wichtig sei es, Terrassentüren zu sichern.

Einbrecher dringen in Intimsphäre ein

Der Sicherheitsbürgermeister Martin Schairer, der sich von der Qualität der Beratung seiner Experten überzeugte, fügte einen Gesichtspunkt hinzu: „Es geht nicht nur um den materiellen Schaden. Einbrecher, welche die Wohnung durchwühlen, verletzten die Intimsphäre. Viele der Opfer sind deshalb traumatisiert.“ Wesentlich sei deshalb soziale Prävention: „Wichtig ist der aufmerksame Nachbar.“

„Wir kommen auch zu Bürgern nach Hause und beraten sie kostenlos und produktneutral, wie man Schwachstellen sichern kann“, sagte Ulrich Sauters Kollege Dirk Hartlep. Einbrecher hin, Einbrecher her, die Bürger haben auch andere Sorgen. Einer Möhringerin fragte, was sie tun solle, wenn sie nachts allein unterwegs sei und eine Pöbelei erlebe. „Wenn Sie glauben, dass Eingreifen für sie zu gefährlich ist, dann beobachten Sie, wählen die 110 und halten sich gegebenenfalls als Zeugin zur Verfügung“, riet Hartlep.

Damit die Präventionsberatung der Beamten gut weitergehen kann, spendete die Volksbank Stuttgart, ein Partner des Vereins „Sicheres und sauberes Stuttgart“, dem Verein 1500 Euro.

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