Das Skinny getaufte Skelett des rund 155 Millionen Jahre alte Langhals-Sauriers, ein enger Verwandter der Gattung Diplodocus, im Flughafen London Heathrow. Foto: Aguttes Auctions/dpa

Das fast vollständig erhaltene Skelett eines rund 155 Millionen Jahre alten Langhals-Sauriers sollte in Paris versteigert werden. Der Verkauf platzte, weil das Mindestgebot von 1,2 Euro nicht erreicht wurde. Wissenschaftler sehen es kritisch, dass Dinos in private Sammlerhände gelangen.

Paris - Ein rund 155 Millionen Jahre altes Dinosaurier-Skelett hat bei einer Versteigerung in Paris keinen neuen Besitzer gefunden. Der Mindestverkaufswert des Skinny getauften Langhals-Sauriers sei nicht erreicht worden, teilte das Auktionshaus Aguttes mit.

Langhals-Saurier zu verkaufen

Bei der Versteigerung am Donnerstagnachmittag hätten zwei Bieter am Telefon bis zu 1,15 Millionen Euro für das rund 155 Millionen Jahre alte Skelett des Diplodocus-Verwandten geboten.

Das französische Auktionshaus schätzte den Wert von Skinny (englisch für dünn) aber auf mindestens 1,2 Millionen bis 1,8 Millionen Euro.

Skinny 2012 in Wyoming ausgegraben

Diplodocus war eine Gattung von großen Sauriern, die vor 156 bis 147 Millionen Jahren vor allem im westlichen Nordamerika lebten. Zu den bekanntesten Vertretern dieser Art gehörten Apatosaurus und Barchiosaurus, die eine Länge von 21 bis 27 Metern erreichten und ein Gewicht von 30 bis 44 Tonnen hatten.

Skinnys Besitzer ist ein europäischer Sammler, dessen Namen das Auktionshaus nicht nennt. Das knapp 13 Meter lange und zu 90 Prozent komplette Skelett war zuvor am Londoner Flughafen Heathrow im Terminal 5 ausgestellt worden.

Es wurde 2012 im US-Staat Wyoming entdeckt. Den Verkauf von wissenschaftlich wertvollen Skeletten an private Sammler sehen viele Experten kritisch.

Das Ende der Dinosaurier

Dino-Apokalypse in der Kreidezeit

Wissenschaftler sind sich heute einig, dass eine kosmische Katastrophe sämtliche Dinosaurier und rund 70 Prozent aller Tierarten in der Kreidezeit 145 auslöschte.

Dieser Zeitabschnitt in der Erdgeschichte begann vor rund 145 Millionen Jahren mit dem Ende des Juras und endete vor etwa 66 Millionen Jahren mit dem Beginn des Paläogens.

Eine Milliarde Hiroshima-Bomben auf Yucatan

Damals raste ein Meteorit mit einem Durchmesser von 15 Kilometern und einem Gewicht von 3000 Milliarden Tonnen mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern in der Sekunde auf die Erde zu. Auf der Halbinsel Yucatán im heutigen Mexiko schlug er ein.

Mit der Energie von einer Milliarden Hiroshima-Atombomben schlug er auf und grub sich 30 Kilometer tief ins Gestein. Der Krater, den er hinterließ, hatte einen Durchmesser von 200 Kilometer. Im Umkreis von 1500 Kilometern tötete die Hitzewelle augenblicklich jedes Leben. Erdbeben mit einer Stärke von 12 oder 13 erschütterten den Globus. Tsunamis rasten über Meere und Kontinente und hinterließen Zerstörung und Tod.

Doch das Schlimmste kam erst noch: Gewaltige Menschen an Ruß und Staub gelangten in die Atmosphäre, der Himmel verdunkelte sich. Der kosmische Gesteinsbrocken hatte eine Erdschicht mit viel Sulfat und Carbonat getroffen. Schlagartig wurden zwischen 100 bis 500 Milliarden Tonnen Schwefel wurden in die in die Atmosphäre geschleudert. Die daraus entstandenen Schwefelsäuretröpfchen ließen das Sonnenlicht nicht mehr durchdringen, so dass die Temperaturen um zehn Prozent fielen.

Mit dem Meteoriten kamen die Dunkelheit und der Tod

Die jahrelange Abkühlung und Dunkelheit vernichtete sämtliche Wälder, das Plankton in den Weltmeeren verschwand. Und damit auch die Pflanzenfresser, die ohne Nahrung verhungerten, wenn sie nicht schon durch die unmittelbaren Folgen des Meteoriteneinschlags sofort getötet worden waren. Als die Nahrungskette zusammenbrach, verschwanden auch die Fleischfresser – und mit ihnen der Tyrannosaurus Rex, der gewaltigste Räuber, der je auf dem Land gelebt hat.

Die Meteoriten-Theorie existiert seit den frühen 1980er Jahren. Damals fanden Forscher im 200 Kilometer Chicxulub-Krater im Golf von Mexico eine hohe Konzentration von Iridium, einem auf der Erde äußerst seltenen Metall, das vor allem auf Asteroiden und Meteoriten vorkommt.

Nach einer anderen Theorie soll das Massensterben am Ende der Kreidezeit durch eine sich über einige Hunderttausende Jahre hinziehende Ausbruchswelle eines Supervulkans in der Dekkan-Trapp, einer mehr als 500 000 Quadratkilometer großen durch Vulkanismus geprägten Region in Westindien, ausgelöst worden sein. Was auch immer den globalen Tod auslöste, die Ära der Dinosaurier war für immer Geschichte.

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