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Insterburg und Co. machten schon Musikkabarett und Comedy, bevor es das Wort überhaupt gab. Nun ist der Namensgeber des Klamaukquartetts mit 84 Jahren in Berlin gestorben.

Berlin - Ingo Insterburg machte Comedy, als überhaupt noch kein Mensch den Begriff benutzte. Ende der sechziger Jahre gründete er gemeinsam mit Karl Dall und zwei Freunden das Klamaukquartett Insterburg & Co., und was folgte, waren jede Menge Lachsalven. Blödeleien, Parodien und Musikkabarett standen bei ihnen auf dem Programm, manchmal flachwitzig, oft aber auch mit feinem politischem Hintersinn und immer mit profunder Versiertheit an den Instrumenten, was die Berliner insbesondere in jungen, akademisch gebildeten Kreisen beliebt machte. Nach dem Ende der Truppe 1979 arbeitete der gebürtige Ostpreuße und studierte Kunst­pädagoge als Solokünstler weiter, sein größter Erfolg wird wohl der Song „Ich liebte ein Mädchen“ bleiben. Insgesamt stand er 55 Jahre auf der Bühne, veröffentlichte knapp ein Dutzend Soloalben und neun Bücher, zumeist Lyrik­bände. „Im Vergleich zum Erdenall, da ist der Mensch ein Einzelfall“, sangen Insterburg & Co. Dieses Unvermeidliche der Weltläufte hat nun auch ihn ereilt; am vergangenen Samstag starb Ingo Insterburg im Alter von 84 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung in einem Berliner Hospiz.

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