Treffen der Generationen: Karl Dall 2015 mit Carolin Kebekus beim Deutschen Comedy-Preis. Foto: Getty

Karl Dall ist 75 Jahre alt. In den 50 Jahren, die er als Humorist auf der Bühne und im Fernsehen aufgetreten ist, hat der im deutschen Witzewesen Unvergessliches geleistet – manches davon hätte man aber wohl doch lieber wieder vergessen.

Emden/Stuttgart - 75 Jahre Karl Dall bedeuten nicht nur einen stattlichen runden Geburtstag, sondern rund fünf Jahrzehnte Unterhaltung auf der Bühne und im Fernsehen. Ob der Humor des Emders, der am 1. Februar 1941 geboren wurde, immer geschmackssicher war, darüber lässt sich trefflich streiten. Genau genommen waren die Kalauer oftmals so flach und schlüpfrig, dass der Zuschauer kaum Gelegenheit hatte, auszuweichen und der Humorist gelegentlich kräftig ausrutschte.

Das fing schon an mit der legendären Spaßtruppe Insterburg & Co, zu deren Gründungsmitgliedern neben Ingo Insterburg auch Karl Dall gehörte, und die so etwas wie die Narren der 68er-Bewegung waren. Den Deutschen in Erinnerung geblieben sind Insterburg & Co vor allem mit einem Lied:

Im Rückblick wirken die Lieder allerdings etwas pubertär, sie müssen wohl vor dem Hintergrund der sexuellen Befreiung in den 70er Jahren begriffen werden, in der öffentliche Frivolitäten noch immer etwas Besonderes und fast Anarchisches waren. Das hielt Karl Dall allerdings nicht davon ab, seine Lieder auch Jahrzehnte später vor einem offensichtlich mit ihm gealterten Publikum zu singen.

Als sich Insterburg & Co Ende der 70er Jahre auflöste, startete Karl Dall eine Solokarriere vor allem im Fernsehen. In der TV-Show „Verstehen Sie Spaß?“, in den 80er Jahren noch von Paola und Kurt Felix moderiert, war er bis 1990 unter anderem als Spaßtelefonierer zu sehen. Dalls erster Auftritt in der Show war allerdings eher unfreiwillig – er wurde vom Ehepaar Felix auf die Schippe genommen.

Aus dem Fernsehen der 80er sind die Spaßtelefonate Karl Dalls kaum wegzudenken. Nett ist nachfolgende Zusammenfassung, in der auch ein Gegenstand vorkommt, den junge Leute heute wohl kaum noch kennen dürften: ein Telefonbuch.

Ausgesprochen unterhaltsam ist auch die kurze Episode aus der Sendung „Charlotte Roche trifft...“, sozusagen ein Generationentreff zweier Blödelkünstler, die zwar altersmäßig Jahrzehnte auseinander liegen, sich im Geiste allerdings sehr nahe sind.

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