Christian Schöne, der Sportliche Leiter von Frisch Auf Göppingen, spielte früher auf der Rechtsaußen-Position in der Nationalmannschaft. Foto: Baumann

Christian Schöne war selbst Nationalspieler. Trotz der vielen Probleme in der deutschen Nationalmannschaft, glaubt der Sportliche Leiter von Frisch Auf Göppingen an Erfolge des deutschen Teams in der Hauptrunde.

Trondheim – Der frühere Nationalspieler Christian Schöne (38) wundert sich bei dieser EM vor allem über die Schwächen in der eingespielten Abwehr der deutschen Handball-Nationalmanschaft. „Dadurch fehlen uns die einfachen Tore aus dem Gegenstoß“, sagt der Sportliche Leiter von Bundesligist Frisch Auf Göppingen nach 28:27 (16:11) gegen Lettland.

Herr Schöne, haben Sie eine solche Zitterpartie gegen Lettland erwartet?

Nein, aber das war es ja lange Zeit auch nicht. Wir lagen 23:15 vorne, hatten das Spiel komplett im Griff, und alles sah nach dem erwartet klaren Sieg aus.

Und dann. . .

. . .hat die Konzentration nachgelassen, es kam ein Bruch ins Spiel. Die Letten kamen auf drei, vier Tore heran, hatten überhaupt nichts zu verlieren und unsere Spieler begannen nachzudenken. Das ist etwas ärgerlich, da man bei einem klaren Sieg hätte sagen können, das Spanien-Spiel war ein Ausrutscher. Durch dieses sehr knappe Ergbnis sind wir leider nicht im Flow.

Woran klemmt es am meisten?

Dass wir im Positionsangriff aufgrund der Personalsituation Probleme haben werden, war zu erwarten. Was mich sehr verwundert ist die schwache Abwehr. Unser eigentliches Prunkstück präsentiert sich ziemlich löchrig, zudem kassieren wir viele Zeitstrafen. Die Keeper haben auch viel Luft nach oben. Durch das alles fehlen uns die einfachen Tore aus der ersten und zweiten Welle.

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Warum läuft es bei Kai Häfner nach seinem guten ersten Spiel nicht mehr?

Julius Kühn und Paul Drux machten gegen Lettland einen Schritt nach vorne, auf Kai lastet enorm viel Last auf seiner Position. David Schmidt kommt nur schwer ins Turnier, und in Fabian Wiede fehlt der Topspieler auf der Position. Aber Kai wird noch kommen.

Das deutsche Team auch?

Die Mannschaft muss sich in der Hauptrunde steigern, das ist völlig klar. Schafft sie das, sind alle Gegner schlagbar.

Auch Kroatien?

Sie werden in Wien ein Heimspiel haben, aber das deutsche Team ist in der Lage, etwas Außergewöhnliches zu leisten. Kein Spiel wird ein Selbstläufer. Doch wir dürfen uns nicht kleiner machen. Gegen Weißrussland gehen wir bestimmt nicht als Außenseiter ins Spiel.

Wer wird Europameister?

Den schönsten Handball spielen bisher Norwegen und Island. Aber auch Kroatien und die Überraschungs-Mannschaft Portugal muss man auf dem Zettel haben. Und Schweden ist auch nicht abzuschreiben.

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