Die letzte Aktion des Spiels: Göppingens Ivan Sliskovic scheitert an der Kieler Mauer. Foto: Baumann

Auch nach einem Fünf-Tore-Rückstand gibt Frisch Auf Göppingen gegen den THW Kiel nicht auf – am Ende steht ein 26:27 gegen den deutschen Rekordmeister.

Göppingen - Als Ivan Sliskovic mit dem direkten Freiwurf an der Abwehrmauer des THW Kiel scheiterte, war es plötzlich für kurze Zeit still in der davor unglaublichen lauten „Hölle Süd“: Der große Kampf von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen gegen den angeschlagenen deutschen Rekordmeister war nicht belohnt worden. Mit 26:27 (15:16) verlor der Außenseiter gegen den Spitzenreiter, doch nach dem Ende der Schockstarre spendeten die 5600 Zuschauer in der ausverkauften EWS-Arena warmen Applaus für eine starke Göppinger Vorstellung. Nur in der Viertelstunde nach der Pause hatten die Grün-Weißen ihre Linie verloren. Der THW zog auf 24:19 davon, Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer zückte die Grüne Karte. Und nach der Auszeit arbeitete sich sein Team erneut heran, doch der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen.

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„Riesenkompliment an mein Team, wie es nach dem Fünf-Tore-Rückstand zurückgekommen ist, ist aller Ehren wert“, lobte Mayerhoffer. „Am Ende ist es bitter, dass wir verloren haben. Aufgrund des unbändigen Willens und auch der spielerischen Leistung hätten wir einen Punkt verdient gehabt.“

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Für Frisch Auf hatte das Spiel mit einer schlechten Nachricht begonnen. Linksaußen Marcel Schiller (108 Saisontreffer) lag grippekrank im Bett und konnte nicht spielen. Auch ohne den Top-Torjäger legte der Außenseiter flott los und führte schnell mit 8:4. Besonders positiv tat sich Schiller-Vertreter Till Herrmann hervor. Der 22-Jährige, vor der Saison vom Drittligisten MTV Großenheidorn gekommen, hatte bei Halbzeit schon vier Tore auf dem Konto, am Ende war er mit fünf Treffern bester Göppinger Werfer gemeinsam mit Rückraumspieler Ivan Sliskovic (5) und Kreisläufer Kresimir Kozina (5/1). Für den THW traf Nationalspieler Steffen Weinhold (7) am besten.

Am Sonntag bei den Eulen

THW-Trainer Filip Jicha war am Ende einfach nur froh über die zwei Punkte: „Das war ein Kraftakt für meine Mannschaft.“ Aber auch für Frisch Auf. Für das es mit seinem zu dünnen Kader am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) weiter geht. Dann steht bei den Eulen Ludwigshafen das letzte Spiel des Jahres an. Und da gehen die Göppinger Handballer nicht als Außenseiter ins Spiel.

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