Die acht Daimler-Vorstandsmitglieder einschließlich Konzernchef Ola Källenius geben den Führungskräften eine Mitschuld an der Lage des Unternehmens. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

1,2 Milliarden Euro hat der Daimler-Konzern im zweiten Quartal dieses Jahres verloren. Mit einem Brandbrief will der Vorstand nun die Führungskräfte wachrütteln.

Stuttgart - Der Vorstand des Daimler-Konzerns ist mit der Ertrags- und Finanzlage des Unternehmens äußerst unzufrieden und verlangt von allen Führungskräften massive Anstrengungen. „Der Mittelabfluss, den wir zuletzt verzeichnet haben, ist nicht akzeptabel“, heißt es in einem Brief an die Führungskräfte, der unserer Zeitung vorliegt.

Die acht Vorstandsmitglieder einschließlich Konzernchef Ola Källenius geben den Führungskräften eine Mitschuld an der Lage des Unternehmens. Nicht alle Herausforderungen aus dem ersten Halbjahr seien auf äußere Einflussfaktoren zurückzuführen. „Einige – mit großer Hebelwirkung – sind hausgemacht.“ Die finanzielle Solidität sei die „Lebensader unseres Unternehmens“.

Gespräch mit den Mitarbeitern aufnehmen

Konkret äußern die Vorstände die „Erwartungshaltung“, kurzfristig Einbußen von mindestens 4,2 Milliarden Euro zu kompensieren. Dies entspricht der Ergebnisbelastung im zweiten Quartal durch Sondereinflüsse, beispielsweise aus dem Anstieg der erwarteten Kosten der Dieselaffäre um 1,6 Milliarden Euro.

Die Konzernchefs fordern ihre Führungskräfte auf, das Gespräch mit den Mitarbeitern aufzunehmen. Diese wüssten „meist am besten, wo es im eigenen Bereich noch Verbesserungspotenziale gibt“.

Rendite zwischen acht und zehn Prozent in Gefahr

Daimler hatte im zweiten Quartal einen Konzernverlust von 1,2 Milliarden Euro hinnehmen müssen, die Autosparte verlor 672 Millionen Euro. Sie strebt eine Rendite zwischen acht und zehn Prozent an und kam im zweiten Quartal auf minus drei.

Nach dem Amtsantritt von Ola Källenius musste der Konzern bereits zweimal durch Gewinnwarnungen seine Ertragsprognosen korrigieren. Außer der Dieselkrise belasten auch die globalen Handelskonflikte und die Kosten für Entwicklung und Einführung neuer Technologien das Ergebnis.

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