Karla Borger (links) braucht eine neue Partnerin, weil Britta Büthe aufhört. Foto: dpa

Die Stuttgarter Beachvolleyballerin Britta Büthe beendet mit der Bronzemedaille bei den deutschen Meisterschaften ihre Karriere. Ihre Partnerin Karla Borger, mit der sie 2013 WM-Silber gewann, sucht nun nach einer Nachfolgerin.

Stuttgart - Wie wäre es mit uns beiden? Nein, so ging das nicht – aber fast. Im Fall von Karla Borger und Britta Büthehieß es: Wie wäre es mit euch beiden? Denn die Stuttgarter Beachvolleyballerinnen sind ein gutes Beispiel für ein Paar, das sich ein anderer gut zusammen vorstellen kann und dann zusammenbringt. Der Verkuppler war in dem Fall der Bundestrainer Jörg Ahmann, der ihnen einst eine E-Mail mit der Frage schickte. Acht erfolgreiche Jahre später endet die sportliche Liaison: Britta Büthe hört auf.

Bei den deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand bestritt sie am Wochenende ihre letzte Partie als Profi – mit dem Gewinn der Bronzemedaille und vielen Abschiedstränen. „Als der letzte Ball auf den Boden gefallen ist, war es schon emotional“, sagt die 28-Jährige, die sich von November an auf ihr Masterstudium der Lebensmitteltechnologie an der Universität Hohenheim konzentrieren wird. „Den Gedanken zum Aufhören gibt es schon sehr lange. Es war klar, dass ich eine neue Herausforderung brauche und die woanders suchen möchte.“

Die größten Erfolge: WM-Silber 2013, deutscher Meistertitel 2014

Den Karla-Britta-freien-Tag, den die langjährigen Partnerinnen in der Vergangenheit mal erfolglos für sich einführen wollten, gibt es künftig also zwangsweise häufiger. Schon direkt jetzt. Während Britta Büthe am Montag auf dem Heimweg nach Stuttgart ihre Oma in Neumünster besuchte, flog Karla Borger nach einem Zwischenstopp in Essen zu ihrem Freund nach Frankreich für eine Woche Urlaub. Besonders in diesem olympischen Jahr (mit Platz neun in Rio de Janeiro) war zuvor kaum ein Tag vergangen, den sie nicht zusammen verbracht hatten.

Die Erfolge der intensiven Zusammenarbeit können sich sehen lassen. 2008 wurden sie Studenten-Weltmeisterinnen, 2011 siegten sie bei der Universiade. 2013 erreichten die beiden als erste Europäerinnen ein Weltmeisterschaftsfinale und holten Silber. 2014 gewannen sie die deutsche Meisterschaft, und dieses Jahr erfüllten sie sich nach einer langen Verletzungspause wegen Rückenbeschwerden von Karla Borger mit der Olympia-Qualifikation einen Traum.

So unterschiedlich sie sind, so perfekt haben sie sich ergänzt. Hier die 1,86 Meter große Blockerin Britta Büthe, der Kopfmensch, der Ruhepol, der immer wohlüberlegt agiert. Da die sechs Zentimeter kleinere Abwehrspielerin Karla Borger, die Impulsive, der Vulkan, mit dem es nie langweilig wird. Über die Jahre sind sie zu einer unzertrennlichen Gemeinschaft gewachsen, die ihre selbst verordnete Karla-Britta-freie-Zeit nicht einhalten konnte oder wollte.

Das Anforderungsprofil für die Nachfolgerin ist simpel

Aus der sportlichen Verbandelung ist auch eine freundschaftliche Verbandelung entstanden mit gutem Draht zur Familie der jeweils anderen. „Das Gute ist, dass wir ja beide weiter in Stuttgart sind und weiter viel Kontakt haben werden“, sagt Britta Büthe, die nur sieben Gehminuten von Karla Borger entfernt im Osten der Stadt wohnt. „Vielleicht helfe ich ihr auch ein bisschen und gebe ihr Ratschläge, wie es bei ihr weitergeht.“

Denn Karla Borger braucht nun ja eine neue Partnerin. „Ich bin schon traurig, dass so ein schöner Abschnitt zu Ende geht. Wir sind immer noch gut befreundet – das haben noch nicht viele geschafft“, sagt die 27-Jährige. „Wir hatten zusammen eine brutale Karriere.“ Die Suche nach der Nachfolgerin läuft. Das Anforderungsprofil ist simpel: „Ich brauche jemanden, der überhaupt Bock darauf hat und sich bewusst ist, wie viel Arbeit das ist. Es muss einfach passen. Es ist nicht so einfach, jemanden zu finden.“ Vielleicht hat ja der Verkuppler Jörg Ahmann wieder eine passende Idee.

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