Komfort für die Radfahrer: Die Römerstraße durch den Wald zwischen Stuttgart und Böblingen wird asphaltiert. Foto: factum/Granville

Die unter Denkmalschutz stehende frühere Panzerstraße zwischen Stuttgart-Rohr und Böblingen wird für den ersten Radschnellweg in Baden-Württemberg asphaltiert. Komfortable Radschnellwege sollen Pendler dazu motivieren, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen.

Stuttgart/Böblingen - Die Bauarbeiten für den ersten Radschnellweg in Baden-Württemberg haben begonnen. Von Stuttgart-Rohr aus wird die unter Denkmalschutz stehende Panzerstraße bis nach Böblingen asphaltiert. Land und Kreis investieren in den Ausbau rund 3,2 Millionen Euro. Neben der Römerstraße, wie die gepflasterte Verbindung zwischen den Kasernen in Böblingen und Stuttgart-Vaihingen eigentlich heißt, wird auch das Musberger Sträßle in Richtung Sindelfingen mit einem ordentlichen Belag versehen. Außerdem erhält die Strecke durch den Wald eine Beleuchtung. Komfortable Radschnellwege sollen Pendler dazu motivieren, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen.

Momentan sind die Römerstraße und das Musberger Sträßle jedoch gesperrt – voraussichtlich bis 30. April, teilt das Böblinger Landratsamt mit. Eine Umleitung über Waldwege und die Kreisstraße zwischen Böblingen und Sindelfingen sei ausgeschildert. Die Bauarbeiten beginnen im Bereich der Brücke über die A 8 bei Rohr. Zunächst werden die Tragschicht und in einem weiteren Schritt die feinere Asphaltdeckschicht eingebaut, heißt es in der Mitteilung. Einige Bürger hatten für den Denkmalschutz geworben und gegen das Bauprojekt protestiert. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) indes begrüßte den Ausbau zum Radschnellweg.

Wie der Radschnellweg an Böblingen und Sindelfingen vorbei führt, ist noch offen

Laut dem Landrat Roland Bernhard ist die historische Panzerstraße nicht für die Nachwelt verloren. „Uns ist es wichtig, dass wir die Erinnerung daran wach halten“, hatte er beim Spatenstich für die Radverbindung im vergangenen September gesagt. Von der 5,5 Kilometer langen Pflastersteinstraße bleibt ein 80 Meter langes Stück im Originalzustand bestehen. Außerdem sei der Asphalt „die beste Konservierung aller Zeiten für das Pflaster“, erklärt der Landrat. In 200 Jahren könne es unbeschädigt wieder ausgegraben werden. Wie der Radschnellweg durch oder an Böblingen und Sindelfingen vorbei geführt wird, ist noch offen. Das Landratsamt hat kürzlich eine Machbarkeitsstudie zu weiteren Routen durch den Landkreis vorgestellt.

Ein weiteres, zwei Kilometer langes Stück entsteht zwischen Böblingen und Ehningen: Der Radweg entlang der dortigen Kreisstraße wird entsprechend den Standards der Schnellverbindungen verbreitert und komfortabler gemacht. Die Baukosten haben sich um 600 000 Euro auf 2,1 Millionen Euro erhöht. Das Landratsamt hatte bei der Kalkulation vergessen, den Aufwand für die Umleitungsstrecken einzubeziehen. Sie führen über Waldwege, die erst gerichtet werden müssen.

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