Wohl ungebremst prallten die Regionalzüge bei Bad Aibling in Oberbayern aufeinander - wegen der Kurve gab es zuvor keinen Sichtkontakt. Foto: dpa

Die in Oberbayern zusammengestoßenen Regionalzüge sind nach Erkenntnissen der Ermittler praktisch ungebremst ineinander gefahren. Zehn Menschen kamen ums Leben. Die Parteien in Bayern haben ihren traditionellen Politischen Aschermittwoch abgesagt.

Bad Aibling - Die Unfallstelle des tragischen Zugunglücks bei Bad Aibling liege in einer Kurve, so dass die Fahrer wohl keinen Sichtkontakt gehabt hätten, sagte Bundesverkehrminister Alexander Dobrindt am Dienstag. „Die Züge müssen mit sehr hoher Geschwindigkeit aufeinandergeprallt sein.“

Vor Ort habe sich ein erschreckendes Bild geboten. Ein Zug habe sich in den anderen hineingebohrt und ihn auseinandergerissen, sagte der Minister. Die Höchstgeschwindigkeit der Strecke liege bei 100 Kilometern in der Stunde. Nach wie vor sei unklar, ob es sich um menschliches Versagen oder ein technisches Problem gehandelt habe. Zwei von insgesamt drei Fahrtschreibern seien gefunden.

Kein politischer Aschermittwoch

Wegen des Zugunglücks haben die Parteien in Bayern ihren traditionellen Politischen Aschermittwoch abgesagt. Den Anfang machten die Christsozialen - CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer erklärte: „Aus Respekt vor den Opfern des tragischen Zugunglücks findet der morgige Politische Aschermittwoch der CSU nicht statt.“

Bei dem Unglück am Dienstagmorgen kamen mindestens zehn Menschen ums Leben. Eine Person werde noch vermisst, sagte der Polizeipräsident von Oberbayern Süd, Robert Kopp, auf der Pressekonferenz. Den Angaben zufolge gab es außerdem 18 Schwer- und 63 Leichtverletzte.

Im Einsatz waren Hunderte Helfer, die von etwa 15 Hubschraubern unterstützt wurden. Auch aus dem benachbarten Österreich beteiligten sich Helfer. Kopp sagte, wegen des Faschingsdienstags seien weniger Menschen als sonst in den Zügen gewesen.

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