Wegen der Sperrung der Hegel-Halle turnt manches Kind nicht mehr beim SVV, sondern in einem anderen Verein. Foto: dpa/Andrea Warnecke

Die Sanierung des Fußbodens in der Hegel-Turnhalle hat fast ein halbes Jahr gedauert. Nicht nur die Schulen, sondern vor allem die örtlichen Sportvereine haben darunter gelitten. Doch nun gibt es eine gute Nachricht.

Vaihingen/Rohr - Michaela Netzer-Voit ist sauer. Seit vielen Jahren engagiert sie sich im Sportverein (SV) Vaihingen, derzeit ist sie Abteilungsleiterin, der Verein liegt ihr einfach am Herzen. Um so mehr schmerzt es sie, wie dieser in den vergangenen Monaten leiden musste. Der Grund: die gesperrte Hegel-Sporthalle an der Krehlstraße.

Diese ist schon lange ein Sorgenkind. Im vergangenen Jahr kündigte die Stadt dann endlich die überfällige Sanierung des Hallenfußbodens an. „Wir Vereine erfuhren davon erst relativ spät“, schreibt Netzer-Voit in einer Mail an unsere Zeitung. Dann wurde die Maßnahme auch noch vorgezogen. Mit der Folge, dass die Vereine und natürlich auch die Schulkinder plötzlich bereits seit Anfang Juni nicht mehr in die Halle konnten. Eigentlich sollte die Sanierung bereits nach den Sommerferien abgeschlossen sein. Doch die Arbeiten stoppten, weil es Differenzen zwischen der Verwaltung und der Baufirma gab. Der Fertigstellungstermin wurde verschoben, nach den Herbstferien sollte die Halle nun wieder nutzbar sein. Allein das sei für die Vereine äußerst schwierig gewesen.

Nur noch zehn Jungen beim Kinderturnen

„Beim Sportforum Stuttgart wurde vor Kurzem über den Rückgang der Bewegung bei Kindern und Jugendlichen diskutiert. Es wurde festgehalten, dass die Vereine in der Bewegungsförderung in allen Altersstrukturen von immenser Bedeutung sind. Wie aber können wir Vereine dies umsetzen, wenn wir unseren sportlichen Auftrag aufgrund solcher Gegebenheiten nicht umsetzen können?“, fragt Netzer-Voit.

Das Kinderturnen des SV Vaihingen für die Jungs sei praktisch lahmgelegt worden, kritisiert die Abteilungsleiterin. „Wir hatten keine Ausweichmöglichkeiten“, erklärt sie. In den Sommermonaten hätten die Buben im Freien geturnt, doch im Herbst sei das aufgrund der Witterung schlecht. So sahen das anscheinend auch die Eltern, mit dem Ergebnis, dass sie für ihren Nachwuchs andere Vereine suchten. „Von insgesamt 28 Kindern sind jetzt ungefähr noch zehn da“, sagt Netzer-Voit. Und in den Abteilungen Leichtathletik und Handball sehe es ganz ähnlich aus.

Großveranstaltung muss verschoben werden

Probleme gebe es auch beim Wettkampfsport. „Unser Spielbetrieb konnte nicht regelkonform abgehalten werden. Strafgebühren vom Handballverband wegen Verschiebungen sind schon eingegangen. Wir haben private Hallen angemietet, damit zumindest im Erwachsenenbereich ein Trainings- und Spielbetrieb möglich ist“, berichtet Netzer-Voit. Besonders ärgerlich für sie ist aber auch, dass die vom SV Vaihingen in Kooperation mit dem Hegel-Gymnasium und dem Schwäbischen Turnerbund organisierte Großveranstaltung „Schule turnt“ verschoben werden musste. Eigentlich sollte sie direkt im Nachgang zur Turn-WM in Stuttgart stattfinden, doch nun ist der Termin wahrscheinlich erst im Frühjahr.

Auch Jürgen Sauer spricht bezüglich der Hegel-Halle von einer Leidensgeschichte. „Das ist wirklich ein unerfreuliches Thema, das auf keinen Fall Schule machen darf“, sagt der Präsident des SV Vaihingen. Alle Vereine im Stadtbezirk hätten unter der Verzögerung der Sanierungsarbeiten „nachhaltig gelitten“, ebenso der Schulsport. Vertreter des Naturheil- und Luftbadvereins Vaihingen (NLV) und des TSV Georgii Allianz hatten sich bereits im August kritisch geäußert, als die Verzögerung der Sanierungsarbeiten öffentlich geworden war. Die Vereine hatten damals schon deutlich gemacht, wie dringend sie die Halle brauchen.

Aber eine gute Nachricht gibt es dann doch: Die Pressestelle der Stadt teilt mit, dass die Halle von Montag an, 11. November, wieder genutzt werden kann.

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