Die Säule, in die Asche von Auschwitzopfern eingegossen worden sein soll, ist wieder weg. (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa/Christophe Gateau

Die Stahlsäule vor dem Gebäude des Reichstags in Berlin ist wieder weg. Das Künstlerkollektiv „Zentrum für politische Schönheit“ hat sie abgebaut und kam damit dem Bezirksamt zuvor. Die umstrittene Stele soll an die Massenmorde der Nazis erinnern.

Berlin - Das Künstlerkollektiv „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) hat am Donnerstag seine umstrittene Stahlsäule vor dem Reichstagsgebäude in Berlin abbauen lassen. Das bestätigte ZPS-Sprecher Philipp Ruch der Deutschen Presse-Agentur. Am Freitag hätte das Bezirksamt Mitte ansonsten mit der Beseitigung der inzwischen einbetonierten Säule begonnen, wie Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) sagte.

Das für umstrittene Aktionen bekannte ZPS stand für das Aufstellen der Säule von Beginn an in der Kritik. Es hatte behauptet, die Stele enthalte Asche von Opfern der Massenmorde der Nazis. Das ZPS hatte die Asche nach eigenen Angaben anschließend entfernt und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) übergeben, die sie auf einem jüdischen Friedhof beigesetzt hatte, wie die ORD bestätigte.

Künstler bekamen Druck vom Bezirksamt

Das Bezirksamt hatte den Verantwortlichen eine Frist zur Beseitigung bis zum 20. Dezember gesetzt, der das Künstlerkollektiv widersprochen hatte. ZPS-Sprecher Ruch begründete den Abbau der „Gedenkstätte“ mit der nun erfolgten Abweisung des Einspruchs.

Anfang Januar hatte eine Gruppe von etwa 20 Menschen, darunter auch jüdische Aktivisten, versucht, die Säule abzubauen. „Mit Asche von Opfern des Holocaust sollte man keine Kunst und Politik machen“, hatte der Autor Eliyah Havemann zur Begründung gesagt.

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