In Filderstadt ist Bautätigkeit angesagt, vor allem im Wohnbereich. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Bis zum Jahr 2035 soll der Filderstädter Bedarf mit Häusern im Innen- und Außenbereich gedeckt werden. Dabei soll auch darauf geachtet werden, dass genügend bezahlbarer Wohnraum entsteht. Die geeigneten Instrumente dafür werden jetzt ermittelt.

Filderstadt - Der Wohnbedarf in Filderstadt ist groß. Das merkt man vor allem an den Immobilien- und Mietpreisen. Den Filderstädter Stadträten ist deshalb klar, dass neue Wohnungen geschaffen werden müssen. Doch die Umsetzung dieses Wunsches ist nicht einfach. Große Siedlungen im Außenbereich der Ortsteile zu schaffen, ist angesichts des Klimawandels und der besonderen Bodengüte auf den Fildern nicht mehr angesagt.

Studie hat Bedarf ermittelt

Um überhaupt eine Vorstellung davon zu bekommen, wie viel neue Häuser gebraucht werden, hat die Stadt eine Expertise in Auftrag gegeben. Der Bedarf an Wohnungen wurde von der Firma Timourou aus Leipzig ermittelt. Das Büro hat seiner Studie zugrunde gelegt, dass bis zum Jahr 2035 rund 48 000 Einwohner in Filderstadt leben werden. Diese Zahl stammt vom Statistischen Landesamt.

Das bedeutet, dass viel Wohnraum geschaffen werden muss. Rund 2160 neue Wohnungen werden demnach bis 2035 gebraucht. „Filderstadt wächst und wird älter“, sagte Tobias Jacobs von der Firma Timourou. Weil es mehr Senioren geben werde als heute, brauche man mehr altersgerechte Wohnungen. Dies gelte auch für Sozialwohnungen, von denen es nur 200 gebe, 350 müssten hinzukommen. Außerdem sei der Zuzug zu beachten. Aber auch ohne diesen sei zusätzlicher Wohnraum nötig, weil der Trend zu größeren Wohnungen gehe, erklärte Jacobs.

Flächenbedarf bleibt offen

Offen blieb nach der Präsentation des Diplom-Geografen, wie viele Flächen für die neuen Gebäude gebraucht werden. Dies dürfte unter anderem auch davon abhängen, wie groß der Anteil der Mehrfamilienhäuser sein wird. Die Studie geht davon aus, dass dreiviertel der Neubauten Mehrfamilien- und ein Viertel Ein- und Zweifamilienhäuser sein werden. Der Flächenbedarf dürfte außerdem davon abhängen, wie dicht und hoch in den Einzelfällen gebaut wird.

Im Entwurf des Flächennutzungsplans (FNP) sind bisher 14 Hektar für neue Wohngebiete und 13 Hektar für Mischgebiete, in denen ebenfalls Wohnhäuser entstehen können, ausgewiesen. „Der FNP-Entwurf deckt den Bedarf nicht ab“, sagte Lucas Osterauer (FDP) im Gemeinderat. Ulrich Steck (CDU) sagte: „Ich weiß nicht, wo die Wohnungen gebaut werden sollen.“ Stefan Hermann machte für die Freien Wähler klar, dass sie nicht daran denken, viel mehr zusätzliche Flächen im Außenbereich als Bauland auszuweisen. „Wir favorisieren weiterhin die Nachverdichtung“, sagte er und brachte außerdem eine städtische Wohnungsbaugesellschaft ins Spiel. Alternativ müsse die Verwaltung zusätzliche Kräfte einstellen, die sich um diesen Bereich kümmern.

Mehr bezahlbare Wohnungen gewünscht

Mit der Wohnungsbaugesellschaft benannte Hermann ein Instrument, mit dem die Entwicklung des Wohnungsmarkts gesteuert werden könnte. Schließlich hatte die Studie auch zum Ziel, dass 20 bis 30 Prozent der 2160 Wohnungen, die gebaut werden sollen, gefördert werden.

Nach Einschätzung von Andrea Jelic (Grüne) ist der frei finanzierte Teil der Wohnungen zu groß. Auch Frank Schwemmle (SPD) forderte, dass mindesten 30 Prozent des Wohnungsbaus gefördert werden sollten. Um die oben genannten Zielgrößen zu erreichen, soll nun nach Instrumenten gesucht werden, mit denen, wie mit einer Wohnungsbaugesellschaft, Einfluss auf den Wohnungsmarkt genommen werden kann. Damit wird nun erneut ein Büro beauftragt. Der Gemeinderat wird anschließend darüber entscheiden, welche Vorgehensweise er für die geeignetste hält.

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