Der Winter 2019 gilt angesichts des Wärmeeinbruchs als Auslaufmodell. Mit etwas Glück können die Skiläufer ihrem Vergnügen am Wochenende noch einmal frönen. Foto: Michael Steinert

Die Sonne setzt dem Schnee auf der Schwäbischen Alb langsam zu. Die Skisportler und die Liftbetreiber in Schopfloch und Treffelhausen sind mit der zu Ende gehenden Saison trotzdem zufrieden.

Lenningen - Der Frühling liegt in der Luft, und der Blick auf die Wetterkarte beseitigt den letzten Zweifel. Den Skiläufern auf der Schwäbischen Alb wird in den kommenden Tagen der Schnee unter den Laufflächen ihrer Alpin- und Langlaufski wegschmelzen. Zwar könnte es gut sein, dass sich der Winter noch nicht geschlagen gibt, doch schon jetzt ziehen Lift- und Loipenbetreiber in den Kreisen Esslingen und Göppingen eine positive Saisonbilanz.

„Super“, mehr will Gabi Kazmaier vom Bewegungszentrum Pfulb zu ihrem ersten Winter als Skiliftbetreiberin auf der Schwäbischen Alb nicht sagen. An 26 Tagen, so rechnet sie hoch, seien die Lifte im Lenninger Teilort Schopfloch in Betrieb gewesen. Dass die Skiläufer und Vereine der Region nach der einjährigen Zwangspause, in der Besitzstreitigkeiten die frischgebackene Liftinhaberin ausgebremst hatten, ganz heiß auf Schnee und Eis waren, lässt sich an der Nachfrage ablesen.

Die Skivereine waren auf Entzug

„Wir hatten allein sechs Skivereine, die hier ihre Skikurse und auch ihre Vereinsmeisterschaften durchgeführt haben“, sagt Gabi Kazmaier, die davon ausgeht, dass die Schneeunterlage trotz der beinahe zweistelligen Plusgrade noch bis zum Sonntag reichen könnte. In der gelungenen Wintersaison, zu der ihren Angaben zufolge 123 Helfer mit insgesamt 1000 ehrenamtlich geleisteten Stunden maßgeblich beigetragen haben, sieht sie ein gutes Omen.

Im Frühjahr will die diplomierte Sonderpädagogin mit ihrem integrativen Projekt „Bewegungszentrum Pfulb“ durchstarten. Radtourenangebote auch mit dem Tandem, gemeinsames Wandern und ein Rollski-Verleih für Menschen mit und ohne Behinderungen sollen aus dem idyllischen Trockental auf der Alb einen Begegnungsort mit Modellcharakter machen.

Auf einen Winter mit Modellcharakter blickt Eva Barth vom Skilift Kriegsburren im Böhmenkircher Teilort Treffelhausen (Kreis Göppingen) zurück. Anders als die ehrenamtlich betriebene Wochenendanlage an der Pfulb sind die drei Lifte dort jeden Tag in Betrieb gewesen. „Das hat sich in diesem Winter auf bisher 36 Lifttage summiert. Das sind schon jetzt zwölf mehr als im Vorjahr“, sagt Eva Barth. Sie geht davon aus, dass die Skiläufer zumindest noch am Samstag auf den Brettern stehen können. Am Sonntag könnte es knapp werden.

Langläufer auf der Überholspur

Traditionell wechseln die Langläufer gegen Ende des Winters auf die Überholspur. Zumindest an der Pfulb sollten die Loipen noch bis in die nächste Woche hinein halten. „Wir haben gleich nach den Schneefällen am 2. Januar gespurt. Seither kann man dort ununterbrochen Langlaufen“, sagt Wilfried Frank, der im Esslinger Landratsamt für den Bereich „Naherholung auf der Schwäbischen Alb“ verantwortlich zeichnet. In diesem Winter habe man dem vor vier Jahren angeschafften Pistenbully endlich ordentlich Auslauf verschaffen können. Die beinahe tägliche Loipenpflege hat den Langläufern einen g’führigen Schnee bereitet, aber auch die Saison verlängert. „An der Pfulb sind die Spuren dank der Pflege so verdichtet, dass der Schnee noch ein paar Tage hält“, sagt Frank. Wer ihm nicht glaubt, kann den Loipenzustand tagesaktuell auf der Homepage des Landkreises Esslingen www.landkreis-esslingen. de unter dem Wintersport-Button abrufen. „Der Zustand der Loipen wird auch samstags und sonntags ständig aktualisiert. Darauf sind wir stolz“, sagt Frank.

Aktualisieren hilft allerdings derzeit bei der Berghau-Loipe auch nicht weiter. Die Runde bei Erkenbrechtsweiler weist zu viele Löcher auf. „Auf der Berghau-Loipe sind wir nur mit einem Pistenschlitten unterwegs. Da ist es so verharscht, da geht schon jetzt nichts mehr“, sagt Frank.

Hoffen auf das Wochenende

Um den Skifahrern, aber auch den Winter- und Schneeschuhwanderern ideale Startmöglichkeiten zu bieten, steht der Landkreis früh auf. Um vier Uhr beginnt Daniel Devaux, der Landschaftspfleger des Naherholungsvereins damit, die Wanderparkplätze vom dem über Nacht gefallenen Schnee zu befreien. Anschließend steigt er in den Motorschlitten, um die Berghau-Loipe zu spuren. Martin Gienger, der Ranger in Diensten des Landkreises Esslingen, hat da seine Runde an der Pfulb- und an der Aschloipe beinahe schon absolviert. Fünf Stunden dauert es den Worten Franks zufolge, bis der Pistenbully die beiden klassischen Spuren und die Skatingspur gebahnt hat. Der Aufwand lohnt sich. „Unsere Loipen werden immer stärker nachgefragt“, hat Frank festgestellt.

Die Wetterstation Hohenstadt (Kreis Göppingen) meldet für Freitag, Samstag und Sonntag Sonne satt. Bei jeweils zwischen neun und zehn Sonnenstunden am Tag steigen die Temperaturen auf der Schwäbischen Alb auf bis zu zwölf Grad. Nachts fallen sie auf den Gefrierpunkt.
Ob und wann die Lifte auf der Alb in Betrieb sind, lässt sich tagesaktuell im Internet verfolgen. So werden die Seiten des Skilifts in Bissingen-Ochsenwang (www. skilift-ochsenwang.de) ebenso ständig aktualisiert, wie die Auftritte des Bewegungszentrums Pfulb (www. bewegungszentrumpfulb. de) und die Seiten der im Kreis Göppingen gelegenen Anlagen in Treffelhausen (www.skilifte-treffelhausen. de) und Wiesensteig (www. skilifte-wiesensteig. de). Der Landkreis Esslingen informiert über den Zustand der Loipen unter www. landkreis-esslingen. de

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: