Regelmäßiger Katholikentagsteilnehmer: Winfried Kretschmann Foto: dpa

Ministerpräsident Winfried Kretschmann legt beim Katholikentag in Münster ein Bekenntnis ab und warnt davor, Menschen mit abweichenden Meinungen auszugrenzen.

Münster - Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat beim Katholikentag in Münster ein Bekenntnis abgelegt. Nein, er bete nicht jeden Tag für Bundeskanzlerin Angela Merkel, sagte der Grünen-Politiker, der auch dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken angehört. Die Aussage, die er Anfang 2016 machte, sei nicht wörtlich, sondern metaphorisch gemeint gewesen. Aber wenn bei Gottesdiensten in Fürbitten „freundlicherweise für uns Politiker gebetet wird, bete ich mit“, sagte Kretschmann. In den Auseinandersetzungen um die Flüchtlingspolitik hatte Kretschmann erklärt, dass er Merkel sehr schätze. „Wer soll denn Europa zusammenhalten, wenn nicht die Kanzlerin. Deswegen bete ich jeden Tag für ihre Gesundheit.“

Als große gesellschaftliche Aufgabe sehe er, den Zusammenhalt der Gesellschaft zu verbessern, sagte Kretschmann bei der Veranstaltung zum Thema „Störfaktor Religion“ in Münster. Menschen mit orthodoxen religiösen oder politischen Auffassungen dürften nicht einfach ausgegrenzt werden. „Zu glauben, dass wir nur bei den 60 Prozent in der Mitte, unter denen wir uns bewegen, Konsens herstellen müssen, reicht offenkundig nicht mehr aus.“ So seien die von seinem bayrischen Amtskollegen verordneten Kreuze in Behörden aus seiner Sicht zwar ein Fehler – aber auch Markus Söder (CSU) gehöre zur Mitte der Gesellschaft.

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