Der Tod der Affen im Krefelder Zoo sorgt auch bei Wilhelma-Mitarbeitern für Bestürzung. Foto: dpa/Roland Weihrauch (Symbolbild)

Unter den Tieren, die beim Brand in der Neujahrsnacht im Krefelder Zoo ums Leben kamen, waren keine Tiere aus Stuttgart. Dennoch ist die Betroffenheit auch in der Wilhelma groß. Verbunden sind die Zoos alle, wenn es um die Nachzucht geht.

Stuttgart - Nach dem Brand in der Neujahrsnacht ist die Trauer um die toten Affen des Krefelder Zoos noch groß. Inzwischen steht jedoch fest, dass unter den beim Feuer getöteten Tieren keine aus der Wilhelma stammenden Tiere sind. „Das konnten wir heute in unseren Listen überprüfen“, sagt Volker Heß, der stellvertretende Direktor des zoologisch-botanischen Gartens. „Aber es ist traurig, egal, ob die Tier von hier stammen oder nicht“, fügt er hinzu.

Zoos kooperieren europaweit zur Arterhaltung

Unwahrscheinlich wäre es nicht, dass Tiere aus Stuttgart in einem anderen Zoo sind. Denn die zoologischen Gärten kooperieren, wenn es um den Nachwuchs geht. Im Rahmen des Europäische Erhaltungs-Zuchtprogramms (EEP) arbeiten die Zoos in Europa zusammen, um Arten zu erhalten. Sie tauschen unter anderem Tiere aus, wenn neue Paarungen für die Zucht notwendig sind, oder geben Jungtiere an andere Zoos ab. Organisiert sind die Zoos in Europa in der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA). Auch die Stuttgarter Wilhelma gehört zu diesen.

In einer elektronischen Datenbank werden die Tiere der einzelnen Zoos gelistet. Jeder Zoo hat verantwortliche Zoologen, die diese Zuchtbücher führen. Darin ist vermerkt, welches Tier wann wo zur Welt kam und in welchen Zoos es schon war. Auch die Abstammung ist registriert. Ein Beispiel einer solchen Zuchtbuchseite hat der Leipziger Zoo ins Netz gestellt. Es ist ein Blatt aus dem Zuchtbuch der Amurtiger. Damit soll unter anderem vermieden werden, dass es zu Problemen kommt, weil eng verwandte Tiere miteinander Nachwuchs haben. Die Zuchtbuchführer erfahren, wenn ein Zoo Tiere braucht oder abgeben muss.

In der Wilhelma gelangen Tiere im Brandfall ins Außengehege

Nach der Brandkatastrophe von Krefeld fragen sich viele Zoobesucher auch, wie die Tiere im Ernstfall geschützt sind. Für die Wilhelma kann Volker Heß Entwarnung geben: „Die Tiere können, sollte es brennen, in den Außenbereich gehen.“ Das Affenhaus sei in Brandabschnitte unterteilt, ein Weg nach draußen sei immer möglich. Ein Herausholen der Tiere sei nicht Teil des Plans. „Sie müssen selbstständig nach draußen gehen“, so Heß. Es gebe eine klare Kategorisierung, welche Tiere aufgrund ihrer Größe und Kraft als gefährlich gelten. „Dazu zählen auch schon die Bonobos, auch wenn sie nicht besonders groß sind“, erläutert er. Erst recht, wenn sie in Panik geraten, seien die Tiere gefährlich. Jedoch könnte man im Ernstfall das Vertrauensverhältnis nutzen, dass die Tiere zu ihren Pflegern haben. „Wenn er sich in der Nähe des Ausgangs hinstellt und sie lockt, dann erhöht das die Chancen, dass die Tiere trotz Rauch und Angst nach draußen finden würden“, sagt der stellvertretende Wilhelmadirektor.

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