Der Trainer Daniel Riedl verbringt seine Freizeit jetzt beim SV Fellbach Foto: Privat

Daniel Riedl, 33, kann in seiner Sportart schon viele Erfolge vorweisen – als Jugend- und Frauentrainer. Jetzt versucht er aber etwas Neues und leitet das zweite Team der Volleyball-Männer des SV Fellbach in der dritten Liga an.

Fellbach - Zum ersten Mal seit nun fast 15 Jahren leitet Daniel Riedl wieder ein Männerteam an. In Fellbach, wo er am Samstag (16.30 Uhr, Gäuäckerhalle I) mit der zweiten Mannschaft gegen Eintracht Frankfurt seine Heimpremiere in der dritten Liga feiert. Seit ihn sein damaliger Lehrer Frieder Henne in Aalen zum Volleyballsport gebracht und damit auch die Trainerleidenschaft in dem heute 33-Jährigen entfacht hat, war Daniel Riedl fast ausschließlich Trainer von Frauenteams. Und das mit Erfolg! Aber der Reihe nach.

Nachdem es ihn studienbedingt nach Freiburg gezogen hatte, arbeitete er sich dort auch im sportlichen Nebenprogramm hoch, bis er zum Ende seines Studiums Cheftrainer der Zweitliga-Vertretung des USC Freiburg war. Diesen langen Weg aus der untersten bis in die zweithöchste Liga sieht der im Bundesland zum Nachwuchstrainer des Jahres 2010 gekürte Fachmann auch als sein Erfolgsgeheimnis: „Viele Trainer gehen aus der Ausbildung direkt in die oberen Ligen, diesen Trainern fehlen dann einfach viele wertvolle Erfahrungen.“

Auch wenn er in jener Zweitliga-Saison nach dem internen Aufstieg in die erste Freiburger Formation direkt wieder abgestiegen ist, so war das in gewisser Weise doch ein Erfolg. Daniel Riedl übernahm ein Team, das vor der Auflösung stand. Er schaffte es aber, innerhalb eines Jahres die Strukturen zu schaffen, die notwendig waren, um 2007 den direkten Wiederaufstieg zu ermöglichen. Zeitgleich zu diesem vorläufigen Karrierehöhepunkt beendete er sein Staatsexamen.

Der MTV Stuttgart hat den Trainer dann zurück ins Schwabenland gelockt, er hat in Stuttgart eine Arbeitsstelle am Schickhardt-Gymnasium gefunden, einer vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) anerkannten „Eliteschule des Sports“. Von nun an war Daniel Riedl maßgeblich am Aufbau einer sehr erfolgreichen Kooperation zwischen Verein, Verband und Schule beteiligt. Seitdem kommen Talente aus der ganzen Region an diese Schule, um dort – unter der Aufsicht von Daniel Riedl – eine sowohl schulisch als auch sportlich optimale Ausbildung zu genießen.

Und das Konzept geht auf: Die Spielerinnen, die Daniel Riedl seither an der Schule trainiert (hat), finden sich in der ersten oder zweiten Bundesliga wie Pia Weiand oder Valerie Wlk, bei den deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften und sogar auf dem Siegertreppchen bei den Beachvolleyball-Weltmeisterschaften 2013 wie Britta Büthe!

Wie zuletzt in Freiburg führte der preisgekrönte Trainer auch beim MTV Stuttgart eine sehr junge und unerfahrene Mannschaft in die zweite Bundesliga – und erreichte dort als Aufsteiger im Jahr 2012 einen hervorragenden sechsten Platz. Er beendete nach diesem Erfolg sein Engagement, um sich voll auf seinen Lehrerberuf zu konzentrieren. Doch ein Trainer wie er wird vermisst! Er hatte nicht lange seine Ruhe. Anfragen kamen. Viele wollen ihn als Coach für ihre Frauenteams, denn Daniel Riedl war ja ein Frauentrainer.

Nun ist der Frauen- und Bezirkskadertrainer aber beim SV Fellbach gelandet: als Männertrainer! „Ich habe mich nie als Frauentrainer gesehen, es hatte sich nur immer so ergeben. Jetzt wollte ich was Neues probieren, es hat mich einfach gereizt, mal bei den Männern eine Mannschaft zu leiten“, sagt der Neu-Fellbacher, der mit seinen Akteuren zum Saisonstart Anfang Oktober bei der SG Rodheim mit 1:3 unterlag. Überraschungen sind bei Daniel Riedl nicht auszuschließen. Der Lehrer ist ein Multitalent. Er hat auch einen Fußball-Trainerschein, einen Wechsel der Sportarten kann er sich durchaus mal vorstellen. Genauso würde es ihn reizen, Volleyball-Entwicklungshilfe in einem Dritte-Welt-Land zu betreiben.

Was die Zukunft bringen wird? Daniel Riedl geht zumindest mal davon aus: „In zehn Jahren werde ich dreifacher Vater sein und immer noch keinen Bierbauch haben.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: