Tragischer Held im Schneetreiben von Mainz: VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler hielt erst stark, dann patzte er. Foto: Baumann

Er hätte der Held des Tages werden können für den VfB Stuttgart. Doch dann patzte er zweimal beim 2:3 in Mainz. Ein früherer VfB-Keeper litt mit.

Stuttgart - Am Sonntag gab es ein wenig Trost eine ehemaligen Kollegen. Timo Hildebrand, als Torhüter mit dem VfB Stuttgart 2007 deutscher Meister, litt mit Ron-Robert Zieler – und kam bei seinem Internet-Eintrag zu dem Schluss: „Das Leben eines Torhüters ist nicht immer einfach, aber eine so coole Herausforderung.“ Zieler, die aktuelle Nummer eins im Tor des Bundesliga-Aufsteigers, hätte diesen Satz wohl blind unterschrieben.

Zu unwirklich erschien dem Keeper wohl das, was er am Samstag in Mainz erlebt hatte. In der ersten Hälfte hielt Zieler richtig stark, verhinderte mindestens zwei beinahe sichere Treffer der Mainzer – und war drauf und dran, zum Stuttgarter Helden des Tages aufzusteigen. „Ich habe eine gute erste Hälfte gespielt“, analysierte Zieler später – und musste ergänzen: „Umso mehr ärgert es mich,d ass ich vor der Pause noch so ein Ding bekommen habe.“

Zu Beginn eine starke Leistung

Es lief bereits die Nachspielzeit, Timo Baumgartl ließ Yoshinori Muto gewähren, der Japaner zog ab, der Ball flatterte – Zieler griff daneben. Und erlebte in der zweiten Halbzeit Ähnliches. Wieder zeigte er gute Paraden, „das darf man nicht vergessen“, sagte der VfB-Trainer Hannes Wolf. Die 25 736 Zuschauer in der Opel-Arena werden sich aber wohl vor allem an die 64. Minute erinnern. Zieler patzte erneut, der Mainzer Gerrit Holtmann traf zum 3:1.

„Ron ist ganz gewiss nicht schuld an der Niederlage“, sagte dennoch Michael Reschke. Der Sportvorstand des VfB nahm lieber Zielers Vorderleute ins Zentrum seiner Kritik: „Da gibt es keinen Vorwurf, das wäre nicht korrekt, dafür waren wir auf dem Feld viel zu unterlegen.“ Angeknockt sei der Keeper nach dem Spiel aber schon gewesen, ergänzte Reschke.

Wobei Zieler wenig später schon wieder einen recht gefestigten Eindruck machte. Zwar versuchte er, seine Patzer auch mit den Bedingungen (Schneeregen, Matsch, Wind, nasse Handschuhe) zu erklären, er wusste aber auch um seinen Anteil an der VfB-Pleite: „Als Torwart hat man immer viel Verantwortung. Damit kann ich umgehen.“ Und so richtete er seinen Blick lieber voraus anstatt zurück. „Das Heimspiel gegen Schalke 04“, sagte er, „wollen wir erfolgreich gestalten.“ Und ohne Torwartfehler.

VfB Stuttgart - Bundesliga

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