Ibrahima Traoré steht vor dem Absprung vom VfB. Foto: dpa

Der Nationalspieler aus Guinea steht beim VfB wegen überzogener Gehaltsforderungen vor Aus – "Wir sind nicht bereit, jede Summe in ihn zu investieren“, sagt Sportdirektor Fredi Bobic.  

Kapstadt - Die Kollegen schwitzen und schuften in Südafrika, sie stärken ihr Gemeinschaftsgefühl und schwören sich zu einer Einheit ein – nur einer fehlt in Kapstadt: Ibrahima Traoré (25) schwitzt und schuftet zwar auch, aber zu Hause in Stuttgart. Im Reha-Center arbeitet er nach seiner Knieoperation, bei der ihm im Dezember eine Zyste am rechten Knie entfernt wurde, an seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining.

Gut 9000 Flugkilometer trennen Traoré zuletzt von den Mitspielern, und bald könnte die Distanz zum VfB noch größer werden. Denn zum Saisonende kündigt sich der Abgang des Nationalspielers aus Guinea an. Sein Vertrag beim VfB läuft im Sommer aus, die Chancen auf eine Verlängerung stehen eher schlecht. Und daran hat Traoré zu einem guten Teil selbst Schuld: Er ist auf dem besten Weg, im Poker um einen neuen Kontrakt zu überreizen. „Ich mag Ibo, und wir würden ihn gerne behalten. Aber wir sind nicht bereit, jede Summe in ihn zu investieren“, sagt Sportdirektor Fredi Bobic.

Vergangenen Sommer hatte Traoré ein Angebot des VfB zurückgewiesen. Damals lockte ihn der FC Schalke 04 mit der Aussicht auf einen Millionenvertrag. Vor Weihnachten unternahm Bobic dann einen erneuten Vorstoß, doch da rief Traorés Berater Jörg Neubauer Summen auf, die weit über dem liegen, was der VfB zu zahlen bereit ist. Damals zeigte Schalke 04 noch immer starkes Interesse an dem linken Mittelfeldspieler. Was sich inzwischen aber jäh geändert hat.

Die Königsblauen verpflichteten zur neuen Saison den deutschen Nationalspieler Sidney Sam von Liga-Konkurrent Bayer Leverkusen – wie Traoré ein Flügelspieler mit einem starken linken Fuß. Damit ist die Planstelle besetzt, das Interesse aus Schalke ist seither deutlich abgeklungen. Deshalb sitzt Traoré jetzt zwischen den Stühlen. Auch Leverkusen macht keine Anstalten, ihn als Ersatz für Sam zu verpflichten. Und um mit dem VfB ins Geschäft zu kommen, müsste er von seinen hohen Gehaltsforderungen deutlich abrücken.

Ob er dazu bereit ist, wird sich nach dem Trainingslager in Südafrika zeigen. Dann will Bobic mit Neubauer wieder in die Gespräche einsteigen, falls dieser überhaupt zu Zugeständnissen bereit ist. Ansonsten muss Traoré im Sommer gehen.

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