Der enttäuschte VfB-Torhüter Franz Wohlfahrt nach seinem letzten Spiel für die Schwaben Foto: imago sportfotodienst

Am kommenden Montag empfängt der VfB Stuttgart den DSC Arminia Bielefeld. Wir blicken zurück auf den 20. Mai des Jahres 2000. Der Tag, an dem der VfB die Teilnahme am internationalen Wettbewerb verspielte.

Stuttgart - Die Ausgangslage für den VfB Stuttgart war klar, als am 34. Spieltag der Saison 1999/2000 der DSC Arminia Bielefeld zu Gast war: Um auf einen Platz im internationalen Geschäft springen zu können, benötigten die Stuttgarter einen Sieg gegen die bereits sicher abgestiegenen Bielefelder. Außerdem mussten die Fans des VfB darauf hoffen, dass sowohl der 1. FC Kaiserslautern als auch die Berliner Hertha Punkte liegen lassen würden. Ralf Rangnick kommentierte die Situation damals wie folgt: „Es wäre fatal,wenn uns die Ergebnisse auf den anderen Plätzen helfen würden, aber unser eigenes Ergebnis nicht.“ Was sich nachträglich wie eine böse Vorahnung des ehemaligen VfB-Coachs anhört, sollte sich später als bittere Realität für die Schwaben herausstellen.

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Mit den beiden VfB-Verteidigern Thomas Schneider und Jens Keller sowie Bruno Labbadia aufseiten der Arminia standen übrigens gleich drei künftige VfB-Trainer auf dem Platz. Auch Silvio Meißner und Torhüter Marc Ziegler (beide Bielefeld) würden später in ihrer Karriere noch das Trikot mit dem Brustring überstreifen. Obwohl die Cannstatter auf Spielmacher Krassimir Balakov verzichten mussten, gingen sie als klarer Favorit in die Partie. Dieser Favoritenrolle wurde der VfB zu Beginn der Partie gerecht und so stand es nach einer knappen Viertelstunde durch die Tore von Pablo Thiam (5. Minute)und Heiko Gerber (14.) bereits 2:0.

Silvio Meißner leitet die Aufholjagd ein

Spätestens nach dem 3:0-Treffer durch Ioan Viorel Ganea in der 38. Spielminute schien es so, als würde die Elf von Ralf Rangnick ihre Hausaufgaben erledigen. Ob der Fokus der VfB-Akteure nach dem Treffer des Rumänen noch auf Gegner Bielefeld lag, darf zumindest angezweifelt werden. Trotz des 1:3-Anschlusstreffers durch Silvio Meißner, dessen Wechsel zum VfB bereits feststand, traten die Stuttgarter in der zweiten Spielhälfte schläfrig und zugriffslos auf. Die Kicker von der „Alm“ übernahmen die Spielkontrolle und so wunderte es Niemanden, dass die von Hermann Gerland trainierten Bielefelder durch die Tore von Bruno Labbadia (59.) und Markus Weissenberger (76.) zum verdienten Ausgleich kamen.

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Am Ende stand für die Schwaben also nicht nur eine verspielte 3:0-Führung vor heimischem Publikum zu Buche, sondern auch das Verpassen des internationalen Geschäfts. Besonders bitter für die Schwaben: Sowohl der Hertha (0:3 gegen Dortmund) als auch dem 1. FC Kaiserslautern ( 1:1 gegen 1860 München) gelang es nicht ihre Spiele zu gewinnen, sodass sich der VfB im Falle eines Sieges direkt für den UEFA-Cup qualifiziert hätte.

VfB-Fans feiern Franz Wohlfahrt

Entsprechend erbost fiel Torhüter Franz Wohlfahrts Fazit nach seinem damalig letzten Spiel für die Stuttgarter aus: „Die Jungs wissen nicht was eine Mannschaft ist“. Auch die VfB-Fans reagierten enttäuscht. Hatten Sie während des Spiels noch alles dafür gegeben, ihre Mannschaft doch noch zu einem Aufbäumen zu motivieren, hallten nach dem blutleeren Auftritt „Außer Wohlfahrt könnt ihr alle gehen“- Rufe durch das Gottlieb-Daimler-Stadion. Die Bielefelder Aufholjagd markierte das unrühmliche Ende der Saison.

Immerhin: Trotz einem damals nicht zufriedenstellenden 8. Platz gelang es den Schwaben dennoch sich über den UI-Cup für das internationale Geschäft zu qualifizieren.

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