Das letzte Bild von Kevin Großkreutz beim VfB Stuttgart. Foto: dpa

Teile der Fans wünschen sich Kevin Großkreutz zurück – doch VfB-Sportvorstand Jan Schindelmeiser lässt keine Zweifel an der Entscheidung des Vereins.

Braunschweig - Kevin Großkreutz polarisiert. Das war im Januar 2016 so, als ihn der VfB Stuttgart verpflichtete, und das ist auch 13 Monate später noch so, als sich die Wege wieder getrennt haben. Im Spiel eins nach dem emotionalen Abschied des umstrittenen Fußballprofis war das beim 1:1 in Braunschweig zu spüren.

Während ein Teil der Ultrafans froh ist, dass Großkreutz mit seiner schwarz-gelben Vergangenheit nicht mehr das Trikot mit dem Brustring trägt, versucht ein anderer Teil der Anhängerschaft, den Zweitligisten dazu zu bewegen, den vermeintlichen Kultkicker aus Dortmund zurückzuholen. Seit vergangenen Freitag ist die Zeit von Großkreutz beim VfB ja offiziell, aber auch unrühmlich für den Weltmeister zu Ende gegangen. Mit brüchiger Stimme und Tränen in den Augen verabschiedete sich der 28-Jährige aus Stuttgart – ein Bild, das seither seine Macht entwickelt und die Fans zu einer Online-Petition („Kevin Großkreutz zurück zum VfB Stuttgart“) veranlasst hat.

26 000 Unterschriften, aber keine Hoffnung

Viele Fans wollen trotz der nächtlichen Eskapaden des jungen Vaters einfach ihren Kevin zurück haben und sammeln Unterschriften für dessen Rückkehr. Er ist und bleibt eben ihr Kämpfer. Er ist und bleibt auch derjenige, der vielen Fußballanhängern mit seinen Aktivitäten und seiner Authentizität in den sozialen Netzwerken eine Stimme verleiht.

Mehr als 26  000 Unterschriften waren es, als am Montagabend noch gespielt wurde. Wobei in der Anonymität des Internets nicht nachvollziehbar ist, woher die Großkreutz-Befürworter eigentlich kommen: Stuttgart? Dortmund? Oder sogar direkt aus der Kneipe „Mit Schmackes“, die Großkreutz mit einem Partner kürzlich eröffnet hat und die im Revier gut ankommt?

Großkreutz will jetzt seine Ruhe

Doch auf Gnade für ihren Liebling dürfen die VfB-Fans nicht hoffen. „Wir haben eine gemeinsame Entscheidung mit Kevin und seinem Berater getroffen – einvernehmlich und definitiv“, sagt der Manager Jan Schindelmeiser. Denn die Fakten lassen sich auch eine Woche nach den Vorfällen nicht ignorieren: Großkreutz war mit drei VfB-Jugendspielern im Rotlichtmilieu unterwegs, Alkohol war im Spiel und eine Schlägerei gab es obendrauf. Großkreutz wurde verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Dennoch hat die Clubführung nun das Problem, dass sie auf das Verständnis der Fans hoffen muss, ohne Details des Ausflugs in das Amüsierviertel nennen zu können oder zu wollen.

In Braunschweig waren die befürchteten Pro-Großkreutz-Plakate jedoch nicht zu sehen. Es waren aus dem Stuttgarter Block auch keine sympathisierenden Sprechchöre zu hören. Zudem ist klar, dass Großkreutz selbst seinen Fehler eingestanden hat und nicht an der VfB-Tür rüttelt. Er will jetzt seine Ruhe haben.

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