Am Rand des Ortszentrums soll Platz für neue Gebäude geschaffen werden. Foto: factum/Granville

Die Verwaltung hat Pläne vorgelegt, um die Zahl der Parkplätze in der Innenstadt zu erhöhen. Dafür will sie eine Fläche bebauen, die aktuell als Stellplatz genutzt – und auch dringend benötigt – wird.

Ditzingen - Wenn die Ditzinger Stadtverwaltung Besprechungen mit Fachplanern im Rathaus anberaumt, dann legt sie die Termine inzwischen ungern auf den Vormittag. Die Parkplatznot ist in diesen Stunden in der Stadt so groß, dass den Gäste auf der Suche nach einem Parkplatz die Gefahr droht, ewig im Kreis fahren oder weit draußen parken zu müssen. Aber nicht nur deshalb, sondern weil Parkplätze insgesamt dringend benötigt werden, hat die Verwaltung nun vorgeschlagen, in der Ortsmitte eine Fläche mit 33 Stellplätzen zu bebauen – um am Ende mehr Parkplatz zu haben als bisher.

Der Ausschuss für Finanzen, Kultur und Soziales sowie der Ausschuss für Technik und Umwelt empfahlen dem Gemeinderat in der vergangenen Woche, das Areal an der Höfinger Straße zu verdichten. Dafür soll ein Investor gesucht werden mit der Maßgabe, dort vorwiegend staatlich geförderten Wohnungsbau zu realisieren. Die Ausschüsse billigten dafür den Vorentwurf des Stuttgarter Architekturbüros Zoll und genehmigten außerplanmäßig 85 000 Euro für die Planung. Die Mitglieder des Sozialausschusses legten Wert auf die Schaffung günstigen Wohnraums. Gleichwohl sollen Flächen auch auf den freien Markt kommen. „Wir wollen, dass schnell etwas passiert“, betonte die Fraktionschefin Sabine Roth die Dringlichkeit des Vorhabens aus der Sicht der Sozialdemokraten. Die Mischformen – sozial geförderter und sozialer Wohnungsbau sowie Wohnungen auf dem freien Markt – stießen in allen Fraktionen auf Zustimmung.

Gesamtkosten in Höhe von knapp neun Milllionen Euro.

Der Fraktionschef der Unabhängigen Bürger, Dieter Schnabel, hielt die Pläne im Kontext der Hochwassergefahr in dem Gebiet für „nicht so glücklich“, im Verlauf der Diskussion wurde er in dieser Haltung von Gerhard Siegle (CDU) bestärkt. Siegle hatte im Ausschuss Technik und Umwelt vorgebracht, dass man an Mosel und Rhein mit der Bebauung an den Flüssen abrücke. „Aber wir gehen jetzt wieder ran“ sagt er mit Blick auf die nahe fließende Glems. Die Verwaltung hatte dargelegt, dass der Baugrund bereits untersucht worden sei.

Ein Gebäude wird parallel zur Höfinger Straße stehen, das andere nahezu parallel, aber geknickt an der Glems. Die Gesamtkosten liegen bei 8,8 Millionen Euro. Geplant sind in den Gebäuden unter anderem 20 Sozialwohnungen zwischen 56 und 92 Quadratmeter groß. 26 der bisher oberirdischen Stellplätze blieben erhalten, weil die beiden geplanten Gebäude auf einem aufgeständerten Sockel stehen: Ebenerdig wird geparkt, darüber befinden sich dann die Wohnungen.

Zudem ist eine Tiefgarage möglich. Beide Ausschüsse ließen keinen Zweifel an ihrer Notwendigkeit. Während der Sozialausschuss ein Augenmerk auf die Anlage von günstigem Wohnraum legte, hatte der Technische Ausschuss den Fokus auf die Höhe der beiden weitgehend parallel zu einander stehenden Gebäude.

Gerhard Ruof (Unabhängige Bürger) brachte die Erhöhung um ein weiteres Stockwerk in die Diskussion ein. Dann hätten ein oder beide Gebäude die Höhe des relativ neuen Wohn- und Geschäftshaus in unmittelbarer Nähe, in dem sich der Drogeriemarkt Rossmann befindet.

Grundlage ist das Städtebauliche Konzept aus dem Jahr 2011

Der Bürgermeister Ulrich Bahmer äußerte sich im Ausschuss für Technik und Umwelt zurückhaltend. Demnach war die Ausgangslage das Städtebauliche Konzept aus dem Jahr 2011 und die Überlegung, „die Raumkante wieder herstellen“ zu wollen. Letztlich folgte der Ausschuss dieser Meinung. Er empfahl eine dreigeschossige Bebauung plus ein zurückgesetztes Staffelgeschoss. Das Bauen in die Höhe war aus finanziellen Gründen diskutiert worden. Jedes Geschoss sei aus der wirtschaftlichen Gesamtbetrachtung heraus gut, meinte der CDU-Fraktionschef Rolf Feil. Seine Überlegung: „Wenn wir wirklich Parkplätze wollen, müssen wir finanziell mit ins Boot, sonst kriegen wir keinen Investor.“ Von einem Verzicht auf die Tiefgarage aus Kostengründen müsse man aber absehen.

Schließt sich der Gemeinderat dem an, entstehen im Erdgeschoss und in der Tiefgarage 62 Parkplätze, davon 40 öffentliche – also sieben mehr, als es bisher an dieser Stelle gibt.

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