Gilles Floret und Johnny Paul Mendoza hoffen auf eine baldige Rückkehr nach Stuttgart. Foto: privat

Die Stuttgarter Gilles Floret und sein Ehemann Johnny Paul Mendoza stecken seit Beginn der Coronavirus-Pandemie auf den Philippinen fest. Deutsche Rettungsflüge durften sie nicht nehmen. Nun schwindet ihre Hoffnung.

Stuttgart - Mit Beginn der weltweiten Coronakrise hat die Bundesregierung damit begonnen, Deutsche aus ihren Urlaubsregionen zurückzuholen. Wirklich angekommen sind allerdings noch nicht alle Menschen, die in Deutschland leben. Die Stuttgarter Gilles Floret und sein Ehemann Johnny Paul Mendoza sitzen etwa noch immer auf den Philippinen fest.

Das Paar war Anfang März in den Urlaub auf den Inselstaat gereist. „Aber nicht als normale Touristen, sondern, um die Schwiegerfamilie zu besuchen“, erklärt Floret. Sein Mann, Johnny Paul Mendoza, habe die philippinische Staatsbürgerschaft. Floret ist Franzose. Beide arbeiten in Stuttgart. Doch mit der fehlenden deutschen Staatsbürgerschaft kamen während der Pandemie die Probleme.

In den ersten zwei Wochen nach dem Corona-Ausbruch habe es massive Ausgangsbeschränkungen seitens der philippinischen Regierung gegeben, erzählt der 60-jährige Floret – mittlerweile seien die aber wieder etwas gelockert. „Dann haben wir gehört, dass Deutschland seine Bürger zurückholt.“ Das Paar versuchte also, sich für einen Rückflug anzumelden, doch: „Das Auswärtige Amt hat unsere Anfrage nicht angenommen, weil wir keinen deutschen Pass haben.“

Viel Bürokratie, wenig Resultate

Nach erfolgloser Kontaktaufnahme mit der französischen Botschaft auf den Philippinen, etlichen Anrufen und hohem bürokratischen Aufwand sei es Floret schließlich gelungen, über die französische Botschaft in Berlin einen Kontakt aufzubauen. „Dann sollte am 9. Mai ein US-Rettungsflugzeug kommen und uns abholen – allerdings in einer weit von uns entfernten Stadt.“ Doch zu diesem Termin schaffte es das Paar wegen Sperrfristen, lange Antragsdauern für Passierscheine, schlechten Straßen und häufigen Kontrollen zeitlich nicht, sagt Floret.

Was also bleibt? Auf eigene Faust einen Flug zu buchen, hält Floret für keine Option. Entweder hätten die Verbindungen für zwei Personen 8000 US-Dollar gekostet oder sie seien von Betrüger-Websites, die gar keine echten Flüge anbieten würden. Das Risiko, einen Haufen Geld in den Sand zu setzen, sei zu groß. Anderen Ausländern in der Region, etwa aus Australien oder Neuseeland, gehe es ähnlich, sagt der 60-Jährige. „Langsam bin ich mit meinem Latein am Ende“, so der Franzose. Das einzige Buch, das Floret auf die Reise mitbrachte, habe er schon zwei Mal gelesen.

Zwei geplante Rettungsflüge, am 21. und am 26. Mai, wurden gestrichen. „Nun verschlechtert sich unsere Lage von Tag zu Tag“, sagt Floret. Jeden Tag gebe es Regenstürme, nur begrenzt Wasser und Strom. Von den Behörden in Europa fühlen sie sich allein gelassen – denn eine erkennbare Hoffnung fehlt.

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