Mit Video-Umfrage - Vergangenes Jahr war der Kleine Schlossplatz eine Baustelle, ansässige Gastro- und Einzelhandelsbetriebe büßten an Umsatz ein. Das Urban-Island-Festival soll den Platz wieder beleben.

Stuttgart - Kaum ein Ort in der Stuttgarter Innenstadt hat in den vergangenen Jahren so viele Veränderungen erfahren wie der Kleine Schlossplatz – 2014 war er vor allem eine Baustelle. Dass der Platz deutlich mehr hergibt, wollen die Anrainer gemeinsam mit dem Urban-Island-Festival, eine Art buntes Straßenfest, zum zehnjährigen Bestehen des Kleinen Schlossplatzes seit seiner Neugestaltung zeigen – und verwandeln die Fläche hinter dem Kunstwürfel noch bis Sonntag in einen Ort zum Flanieren. Am Freitagvormittag hat sich der Platz bereits in neuem Look mit Strandbarcharakter präsentiert.

David Knoll ist Projektleiter des Urban Islands und sitzt lässig auf einer der Holzpaletten, die zu Sitzgelegenheiten umfunktioniert wurden. „Initiativgedanke für die heutige Aktion war die lange Baustelle letztes Jahr. Wir alle gemeinsam wollen den Kleinen Schlossplatz wieder erlebbar machen.“ Alle Anrainer, das sind das Kunstmuseum, das Waranaga, das Abseits, das San’s, Feinkost Böhm, die Buchhandlung Wittwer und Rita Limacher, die Holanka Bar, das Oggi und das Fitnessstudio Jonny M.

„Das ist wirklich sehr schön geworden“

Die Besucher fassen es positiv auf, dass der Kleine Schlossplatz wieder genutzt wird. „Das ist wirklich sehr schön geworden“, sagt Florenzia Vargas. Ihr gefällt die gute Stimmung, die hier offenbar unter den Nachbarn herrscht. Dezente elektronische Musik untermalt die Kulisse, auch kleine Besucher werden mit Kinderprogramm gut versorgt, an den Abenden werden Livebands spielen. Wittwer lockt mit einem Taschenbuchflohmarkt, bei Jonny M. am Stand sind Leibesertüchtigungen unter freiem Himmel angesagt. Und der Künstler Marc C. Woehr von der Urban Art Gallery gestaltet eine Lounge beim San’s. Und das Kunstmuseum kann heute bei freiem Eintritt besichtigt werden.

David Knoll ist ein bekennender Freund von solch urbanem Treiben. Deswegen sind ihm auch die Skater hier willkommen, die die kantige Struktur des Kleines Schlossplatzes nutzen, um ihre Tricks zu vollführen. „Die passen hier gut rein“, sagt Knoll, der unweit von einem Schild mit der Aufschrift „Skateboard fahren verboten“ sitzt. „Daran stört sich hier aber keiner“, so Knoll weiter. Am Freitag skatet hier trotz guten Wetters niemand, dafür ist alles zu eng mit Ständen vorgestellt.

Mit den Aktionen wollen die Nachbarn ein Signal setzen, dass der Kleine Schlossplatz nicht nur als Ort zum Frequentieren, sondern auch zum Verweilen einlädt. „Alle ansässigen Gastros und Einzelhändler hatten während der Baustellenzeit Umsatzeinbußen zu beklagen“, so Knoll. An Gerüchten, dass ein Gastronomiebetrieb am kleinen Schlossplatz schließen wird, sei allerdings nichts dran.

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