Jüngst hinterließ ein Tornado im nordrhein-westfälischen Viersen eine Spur der Verwüstung. Foto: dpa

Ein Tornado hat über Hessen getobt. Laut Wetterdienst hätte er die Stärke gehabt, Bäume zu entwurzeln oder Autos umzuwerfen.

Offenbach/Gießen - Der Deutsche Wetterdienst hat am Freitag einen Tornado über Hessen bestätigt. Zuerst hatte hessenschau.de darüber berichtet, ein Zuschauer der Sendung hatte das Ereignis in Großen-Linden am Donnerstag gegen 16 Uhr auf Video festgehalten.

Am Freitag bestätigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach die Annahme. „Das war zweifelsfrei ein Tornado“, sagte DWD-Experte Andreas Friedrich der Deutschen Presse-Agentur. Er sei von einer „Schauerzelle“ begleitet worden, die auf dem Radar zu sehen war. Auch sogenannte Sykwarner hätten den Tornado bestätigt.

Tornados gar nicht so selten

Tornados sind Friedrich zufolge gar nicht selten. Pro Jahr würden in Deutschland 20 bis 60 nachgewiesen. Dazu komme eine hohe „Dunkelziffer“: Tornados, die entweder ganz schwach seien oder sich über unbewohntem Gebiet bildeten, so dass sie nicht bemerkt würden. Der DWD geht davon aus, dass es jährlich mehrere Hundert Tornados gibt.

Sie werden anhand der sogenannten Fujita-Skala von F0 (sehr schwach) bis F5 (verheerend) eingeteilt. Nach Auswertung von Fotos, Videos und Augenzeugenberichten geht der DWD davon aus, dass es sich in Gießen wohl um einen Tornado der Stärke F1 handelte. Der wäre immerhin so stark, dass er Bäume entwurzeln, Autos umwerfen und Dächer abdecken kann. Beim Polizeipräsidium Mittelhessen waren bis Freitag aber keine Schadensmeldungen eingegangen.

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