Die Kontrolleure untersuchten unter anderem Bio-Frischobst auf Pestizidrückstände. Foto: dpa

Ist auch wirklich Bio drin, wo Bio draufsteht? Das fragen sich auch im Südwesten viele Verbraucher. Die Ergebnisse des sogenannten Ökomonitoring sind eindeutig.

Stuttgart - Am Mittwoch wird Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) die Ergebnisse des Ökomonitoring-Programms des Landes Baden-Württemberg für 2018 offiziell vorstellen – einer besonderen Kontrolle von Bioprodukten durch die Lebensmittelüberwachung. Die Nachfrage nach ökologisch produzierter Ware sei ungebrochen, heißt es im Ministerium, und der Verbraucher erwarte, dass er der „Echtheit und Rückstandsfreiheit der Produkte vertrauen“ könne. „Das Monitoring hat gezeigt, dass Biolebensmittel vollkommen zu Recht einen guten Ruf haben. In den wenigen Fällen, wo das Ökomonitoring Schwachstellen aufgezeigt hat, reagierte die Branche schnell und stellte die Mängel ab“, heißt es in dem Bericht, der unserer Zeitung ausschnittsweise vorliegt. Und: „In der Regel ist Bio drin, wo Bio draufsteht.“

Auf gentechnisch veränderte Organismen untersucht worden sind Produkte wie Mais, Soja und Honig. Auf Rückstände von Pestiziden und Keime sind frisches Obst und Gemüse, aber auch verarbeitete pflanzliche Lebensmittel untersucht worden. Auch nach Antibiotika in Krebstieren, Mykotoxinen in Kaffee oder bestrahltem Gemüse ist „gefahndet“ worden.

Bei konventionellem Anbau deutlich öfter problematische Werte

Zum Thema Pestizidrückstände heißt es in dem Bericht beispielsweise: „Seit Jahren weisen frisches Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau weniger Rückstände auf als konventionell erzeugte Ware, auch im Jahr 2018 war dies der Fall.“ So sind bei sieben Prozent des untersuchten Frischobstes aus konventionellem Anbau Überschreitungen des Höchstgehaltes an Rückständen festgestellt worden, beim Ökofrischobst betraf dies nur 1,4 Prozent aller Proben. Beim konventionellen Frischgemüse lag die Überschreitung des Höchstwertes gar bei 21 Prozent der Proben, beim Biogemüse waren es 1,5 Prozent. Für Landwirtschaftsminister Hauk ist der Prüfbericht ein Beleg dafür, das Baden-Württemberg mit der Vermarktung von „authentischen und regionalen Bio­lebensmitteln“ dem richtigen Kurs folgt.

„Im Jahr 2018 nahm die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent zu. Damit liegen wir im Ländervergleich mit an der Spitze“, sagte Hauk unserer Zeitung. Insgesamt seien nun 14 Prozent der Agrarflächen im Südwesten ökologisch bewirtschaftet. Auch der Anteil der Ökobauernhöfe sei angewachsen auf jetzt 4305 Betriebe, das seien elf Prozent aller Agrarbetriebe im Land.

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