Winkelspinnen gehören zu den unbeliebtesten Tieren – kaum jemand möchte sie auf die Hand nehmen. Foto: dpa

Sinken die Temperaturen in Stuttgart, taucht sie wieder häufiger in den Wohnungen und Kellern auf: Die Hauswinkelspinne. Für viele Menschen ist sie wie ein wahr gewordener Albtraum, denn sie wird bis zu zehn Zentimeter groß und kann sogar beißen.

Stuttgart - Sie ist groß, dunkel, behaart, lauert in den Hausecken – und sie kann sogar beißen. Der Hauswinkelspinne ist vermutlich jeder schon mal begegnet und dieses Zusammentreffen löst nicht nur bei arachnophoben Menschen – also Menschen, die Angst vor Spinnen haben – einen großen Schrecken aus. Denn die am häufigsten in Deutschland vorkommende Spinne kann eine Beinspannweite von bis zu zehn Zentimetern haben und füllt damit eine Handfläche aus. Momentan trifft man sie häufiger in den Häusern und Wohnungen an, denn die sinkenden Temperaturen lassen sie Schutz suchen. „Die Hauswinkelspinne mag es feucht, man findet sie deswegen häufig in Badezimmern oder Kellern“, sagt Lars Friman, Experte für Spinnen beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Auch unter Fußleisten verstecke sie sich gerne. Im Herbst machen sich die Männchen auf die Suche nach Weibchen und sind deswegen aktiver.

Hauswinkelspinnen können beißen

Die Hauswinkelspinne gehört zu den Großen Winkelspinnen, von denen es in Deutschland zehn verschiedene Arten gibt. „Die Große Winkelspinne ist harmlos“, beruhigt Friman. Zwar könne die Spinne tatsächlich beißen, doch Menschen gehören nicht zu ihrem Beuteschema. Nur wenn die Achtbeiner in extreme Bedrängnis geraten, würden sie einen Menschen beißen. Kommt es zum Biss, ist dieser tatsächlich spürbar, doch das Gift der Spinne zeigt keine bleibende Wirkung beim Menschen. „Ich habe mich von der Spinne in die Schlagader beißen lassen. Einige Minuten lang zeigte sich eine Schwellung, die auch juckte. Sonst passierte jedoch nichts“, erklärt der Experte seinen Selbstversuch.

Die Spinne lähmt ihre Beute mit Gift

Gefährlich wird die Hauswinkelspinne nur für Insekten. Die Spinne nimmt durch die Haare an ihrem Körper selbst geringste Schwingungen wahr. Dann eilt sie blitzschnell zu der Beute, beißt sie und injiziert damit ein lähmendes Gift. Auf diese Weise kann die Spinne auch größere Beute überwältigen und fressen. Im Gegensatz zu den Zitterspinnen, die ebenfalls häufig in den Wohnungen zu finden sind, spannen die Hauswinkelspinnen keine Netze.

Experten warnen davor, die Spinnen zu töten oder gar Gift zu versprühen. Auch sollte man ihnen nicht mit dem Staubsauger zu Leibe rücken, da dies für die Spinnen sehr quälend ist und sie wieder herauskrabbeln könnten. Schließlich leisten sie einen wichtigen Beitrag für das Ökosystem und wirken regulierend auf Insekten. Friman rät, das Tier mit einem Besen aufzunehmen und draußen wieder abzuklopfen. „Wer mutiger ist, nimmt ein Glas und ein festes Papier und befördert sie so nach draußen. Dabei kann man sie sich dann auch genauer anschauen.“

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