Durch ausgetretenen Treibstoff bestand Brandgefahr. Um diese zu bannen, hat die Feuerwehr einen Schaumteppich unter die Wracks gelegt. Foto: 7aktuell.de/Alexander Hald

Der Zusammenstoß zweier Flugzeuge am Sonntag auf der Kirchheimer Hahnweide ist glimpflich ausgegangen. Die vier Insassen können die Klinik wieder verlassen. Die Unfallursache ist weiter unklar, der Schaden liegt bei rund 80 000 Euro.

Kirchheim - Die bei einer Kollision von zwei Kleinflugzeugen beim Oldtimer-Treffen auf der Kirchheimer Hahnweide verletzten Insassen sind am Sonntag für die Nacht vorsorglich stationär in einer Klinik aufgenommen worden. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen am Montag erklärte, haben sich die Verletzungen aber glücklicherweise als leicht herausgestellt. Zwar würde es noch weitere Untersuchungen geben. Es sei aber davon auszugehen, so der Polizeisprecher, dass die Flieger die Klinik bald wieder verlassen können.

Experten sichern am Unfallort Spuren und befragen Zeugen

Nach wie vor ist unklar, wie es zu der Kollision am Boden kommen konnte. Zwei Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) haben den Unfallort am Sonntag und am Montag unter die Lupe genommen. Dabei, so erklärt der BFU-Sprecher Germout Freitag, werden Spuren gesichert und auch Zeugen befragt. Mit einem Zwischenbericht der Bundesstelle ist in sechs bis acht Wochen zu rechnen. Bis der Abschlussbericht vorliegt, kann es laut Germout Freitag bis zu einem Jahr dauern.

Klar ist bisher, dass gegen 13.30 Uhr am Sonntag eine startende Maschine der Marke Jodel mit einer Cessna zusammengestoßen ist, die sich in Warteposition befand. Beide Flugzeuge waren mit jeweils zwei Personen besetzt. Bei den Verletzten handelt es sich um drei Männer und eine Frau.

In den Flugzeugen saßen drei Männer und eine Frau

In der Jodel saßen Angaben der Polizei zufolge zwei 63-Jährige, die Cessna wurde von einem 58-Jährigen gesteuert, der in Begleitung seiner 52 Jahre alten Ehefrau war. Zuschauer sind bei dem Zwischenfall auf dem Flugfeld nicht verletzt worden, und es habe auch zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für sie bestanden, erklärt der Polizeisprecher. Der Schaden werde auf rund 80 000 Euro geschätzt.

Dass der Unfall letztlich glimpflich ausgegangen ist, hat bei den Organisatoren für große Erleichterung gesorgt. „Natürlich war das im ersten Moment ein Schock“, sagt Lars Reinhold von der Fliegergruppe Wolf Hirth in Kirchheim. Doch sei recht schnell abzusehen gewesen, dass der Unfall kein dramatisches Ausmaß hatte. „Wir freuen uns natürlich erst einmal, dass den Insassen nichts Schlimmes passiert ist“, sagt Lars Reinhold.

Zuschauer sollen Filmmaterial zur Verfügung stellen

Nach dem Zwischenfall kursierten Meldungen im Netz, wonach zwei Flugzeuge in der Luft zusammengestoßen sein sollen. „Das ist natürlich Käse“, sagt Lars Reinhold. Der Pilot bittet darum, das Ergebnis der offiziellen Untersuchungen abzuwarten. „Alles, was derzeit gesagt wird, ist schlicht Spekulation.“ Die Unfallmaschinen würden unter anderem auf einen möglichen technischen Defekt hin untersucht. Ebenso würden die Piloten einem medizinischen Check unterzogen. Außerdem werden Zuschauer, die Foto- oder Filmaufnahmen gemacht haben, gebeten, ihr Material zur Verfügung zu stellen, um den Unfallhergang besser rekonstruieren zu können.

Bis zu dem Unfall lief bei der Veranstaltung, die am Freitag begonnen hatte, alles perfekt. Mehrere zehntausend Zuschauer sahen Lars Reinhard zufolge „ein tolles Flugprogramm und ein tolles Line-up von Flugzeugen“. „Es hätte das beste Oldtimer-Treffen aller Zeiten werden können, wenn es nicht von dem Unglück überschattet worden wäre.“

Wird es in drei Jahren eine Neuauflage geben?

Gleichwohl ziehen die Veranstalter „insgesamt ein sehr positives Fazit“, so Lars Reinhold weiter. Für die Entscheidung, nach dem Unfall das Flugprogramm vorzeitig abzubrechen, habe der Verein vonseiten der Zuschauer „viel Verständnis erfahren“, berichtet Lars Reinhold. Dieser Schritt sei „auch eine Frage der Pietät“ gewesen. Wenigstens konnten die Fans die Flugzeuge bei deren Abflug noch einmal sehen.

Ob es in drei Jahren die dann 20. Auflage des Fliegertreffens geben wird, das zu den größten dieser Art in Europa zählt, lässt Lars Reinhold noch offen. Zunächst einmal werde der Verein Bilanz ziehen. Das ehrenamtlich organisierte Spektakel ist stets ein organisatorischer Kraftakt. „Ich persönlich bin aber zuversichtlich, dass es eine Neuauflage geben wird“, meint Lars Reinhold.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: