Hermann Siegert hat für Meashu Embaye Spenden gesammelt – nun konnte die Hirntumor-Patientin erfolgreich operiert werden (Archivbild). Foto: Kathrin Zinser

In ihrer Heimat wäre Meashu Embaye an ihrem gutartigen Hirntumor gestorben – in Stuttgart konnte sie nun dank einer Spendenaktion operiert werden. Der behandelnde Arzt im Katharinenhospital ist mit dem Eingriff zufrieden, doch der Tumor konnte nicht komplett entfernt werden.

Stuttgart - Der Eingriff war erfolgreich: Am vergangenen Freitag ist Meashu Embaye im Stuttgarter Katharinenhospital operiert worden. Wäre die 51-Jährige aus Eritrea nicht über Freunde und Verwandte nach Stuttgart gelangt, wäre sie an ihrem gutartigen Hirntumor vermutlich gestorben. Denn in ihrer Heimat gibt es keine Neurochirurgie, erklärt Hermann Siegert.

Er hat bis 2016 als Chirurg im Stuttgarter Karl-Olga-Krankenhaus gearbeitet und dafür gesorgt, dass Embaye, die Verwandte eines Freundes, hier behandelt werden kann. Um die Behandlungskosten von 15 bis 20.000 Euro zu decken, hatte Siegert in einer privaten Sammelaktion zu Spenden aufgerufen – offenbar mit Erfolg. „Die Spendengelder decken derzeit knapp den Kostenvoranschlag. Ich hoffe, es wird reichen, wenn keine Komplikationen auftreten“, so Siegert.

Eine Bestrahlung ist notwendig

Neurochirurg Oliver Ganslandt hat Meashu Embaye operiert. Er zeigte sich nach dem mehrstündigen Eingriff zufrieden: „Die Operation ist soweit gut und komplikationslos verlaufen.“ Allerdings habe sich herausgestellt, dass der Tumor mit beiden Sehnerven so fest verwachsen ist, „dass wir nur einen Teil entfernen konnten, um das rechte Augenlicht nicht zu gefährden.“

Deshalb plant der Neurochirurg, seine afrikanische Patientin noch mit einer Bestrahlung zu behandeln: „Damit ist dann gewährleistet, dass der Tumor nicht weiterwächst und der Zustand stabil bleibt. Mit dieser Behandlung ist eine Tumorkontrolle möglich, die eine normale Lebenserwartung zulässt“, erklärt Ganslandt.

Inzwischen konnte Embaye bereits von der Intensivstation auf die Normalstation verlegt worden. „Es geht ihr den Umständen entsprechend gut und sie hat keine erkennbaren neurologischen Ausfälle“, sagt der Arzt. Inwieweit sich die Behandlung durch die Bestrahlung verteuern wird, ist noch nicht klar. Doch bis dahin braucht die Patientin zunächst einmal Zeit, sich von der Operation zu erholen. Wenn alles überstanden ist, will sie so schnell wie möglich wieder zu ihrem Mann und ihren drei Töchtern in Eritrea zurückkehren.

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